West Texas Intermediate (WTI), Futures an der NYMEX, gibt einen Teil seiner frühen Gewinne wieder ab, liegt im europäischen Handel am Montag aber immer noch 1,6% höher bei rund 77,55 USD. Der Ölpreis fällt von seinem Tageshoch zurück, da die Sorgen über eine anhaltende Störung der globalen Energieversorgung zugenommen haben.
Neue Unsicherheit hinsichtlich der Wiedereröffnung der Straße von Hormus, einer wichtigen Passage für fast 20% des globalen Energieangebots, nachdem der Iran vor den Vereinigten Staaten (US) neue Bedingungen formuliert hat, hat die Ölpreise gestützt.
Am Wochenende sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Abbas Araghchi, Teheran fordere Reparationen für den Krieg durch die Vereinigten Staaten (US), bevor die Schifffahrt durch Hormus erlaubt werde, berichtete die West Asia News Agency.
Mohammad Bagher Zolghadr, Sekretär des Rates, stellte sechs Bedingungen auf, darunter ein Ende der US-Drohungen gegen den Iran und der Beleidigungen dessen, was Zolghadr als die nationalen und religiösen Werte des Landes bezeichnete; ein dauerhaftes Ende der Angriffe gegen den Iran und seine Verbündeten im Libanon, in Palästina, im Jemen und im Irak; die Aufhebung der US-Seeblockade und der Abzug der US-See- und Luftstreitkräfte aus der Umgebung des Iran; Entschädigung für Schäden aus zwei sogenannten "auferzwungenen Kriegen"; die Aufhebung der Sanktionen; sowie die bedingungslose Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte, berichtete Al Jazeera.
Unterdessen wirken sich die anhaltenden Spannungen zwischen den mit dem Iran verbündeten Houthis und Saudi-Arabien ebenfalls auf die globale Energieversorgungskette aus. Yahya Saree, ein Militärsprecher der Houthis, sagte, sie hätten eine Aramco-Raffinerie in der Stadt Jazan mit einer Drohne ins Visier genommen, berichtete The Guardian.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.