EUR/JPY handelt am Montag um 181,70 und liegt zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts 0,44% im Plus, gestützt von neuem Optimismus rund um den Euro (EUR) und anhaltender Schwäche des japanischen Yen (JPY).
Der Euro gewinnt an Boden, da Anleger zunehmend erwarten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihre geldpolitische Straffung fortsetzen wird. Laut Analysten der Deutschen Bank rechnen die Finanzmärkte derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 90% für eine Zinserhöhung auf der September-Sitzung der EZB. Reuters berichtet zudem, dass die Märkte inzwischen mehr als zwei weitere Zinserhöhungen einpreisen, wobei Zinserhöhungen bis Oktober und April vollständig eingepreist sind.
Jüngste makroökonomische Daten haben diese Erwartungen untermauert. Die Inflation in der Eurozone beschleunigte sich im Juli auf 2,9% gegenüber dem Vorjahr nach zuvor 2,8%, während die Kerninflation unerwartet auf 2,5% gegenüber dem Vorjahr stieg. Gleichzeitig wuchs die Wirtschaft der Eurozone im zweiten Quartal um 0,4% und damit doppelt so schnell wie vom Konsens erwartet, was das stärkste Wachstumstempo seit Anfang 2025 markiert. Die Kombination aus robustem Wachstum und hartnäckiger Inflation stützt weiterhin die Erwartung, dass die EZB an ihrem restriktiven geldpolitischen Kurs festhalten wird.
Auf der anderen Seite des Währungspaares bleibt der japanische Yen trotz der koordinierten Intervention der japanischen und der US-Behörden am Devisenmarkt in der vergangenen Woche unter Druck. Laut Bloomberg dürfte Japan in der vergangenen Woche rund 34 Milliarden US-Dollar zur Stützung des japanischen Yen ausgegeben haben, während Japans Finanzministerin Satsuki Katayama bekräftigte, dass die Behörden bei Bedarf erneut eingreifen würden. Auch US-Finanzminister Scott Bessent signalisierte, dass Washington bei künftigen Interventionen nicht zögern werde, zu kooperieren, wobei US-Präsident Donald Trump die Maßnahme als "ein Zeichen der Freundschaft" bezeichnete.
Die Marktaufmerksamkeit hat sich jedoch rasch wieder auf Japans sich verschlechternden fiskalischen Ausblick verlagert. Japans regierende Liberaldemokratische Partei (LDP) hat einen Vorschlag unterstützt, die Lebensmittelverbrauchssteuer ab April 2027 vorübergehend von 8% auf 1% zu senken, zusammen mit jährlichen Barauszahlungen von rund ¥600 Milliarden für Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Anleger bleiben angesichts des Fehlens eines klaren Finanzierungskonzepts besorgt, was das Vertrauen in die japanische Währung belastet.
Der breite Zinsunterschied zwischen Japan und anderen großen Volkswirtschaften stützt zudem weiterhin Carry Trades. Obwohl die BoJ ihren Leitzins im Juni auf 1% angehoben hat, bleiben die Kreditkosten deutlich unter denen anderer Industrieländer, was die Nachfrage nach dem japanischen Yen begrenzt und EUR/JPY zusätzlichen Rückenwind verleiht.
Im Ein-Stunden-Chart notiert EUR/JPY bei 181,71 und zeigt sich gedeckelt, da das Paar deutlich unter den einfachen 100-Perioden- und 200-Perioden-Durchschnittslinien (SMAs) bei 183,74 und 185,06 bleibt. Die Erholung von den jüngsten Tiefs wird durch einen konstruktiven Relative Strength Index (RSI) bei 58,16 gestützt, doch das Paar bleibt durch eine dichte Fibonacci-Widerstandszone darüber begrenzt, was darauf hindeutet, dass kurzfristige Erholungen anfällig sind, solange der Kurs unter diesen mittelfristigen Durchschnitten bleibt.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand beim 38,2% Fibonacci-Retracement bei 182,46, gefolgt vom 50,0% Retracement bei 183,42 und dem 100-Perioden-SMA bei 183,74, mit weiteren Barrieren beim 61,8% Retracement bei 184,38 und dem 200-Perioden-SMA bei 185,06, bevor das 78,6% Retracement bei 185,74 und das Zyklushoch bei 187,47 folgen. Auf der Unterseite liegt die unmittelbare Unterstützung beim 23,6% Fibonacci-Retracement bei 181,28, vor der Aufwärtstrendlinie nahe 180,88, während ein tieferer Rückgang den strukturellen Anker um 179,37 freilegen würde.
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