Der Euro (EUR) handelt im europäischen Handel am Dienstag vorsichtig um das Montags-Tief von 1,1500 gegenüber dem US-Dollar (USD). Es wird erwartet, dass das wichtige Währungspaar volatil bleibt, da Anleger in dieser Woche auf wichtige US-Konjunkturdaten warten, um aussagekräftige Hinweise zum Zinsausblick zu erhalten.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hält der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber sechs wichtigen Währungen abbildet, seine Gewinne vom Montag bei rund 100,00.
Anleger werden die US Nonfarm Payrolls (NFP)-Daten für Juli, die am Freitag veröffentlicht werden, genau beobachten. Die Auswirkungen der offiziellen US-Beschäftigungsdaten werden erheblich für den geldpolitischen Ausblick der Federal Reserve (Fed) sein, da die Zentralbank seit der Juni-Sitzung keine sogenannte „Forward Guidance“ zu den Zinsen mehr gibt.
Im Laufe des Tages sollen die US JOLTS-Stellenangebotsdaten für Juni um 14:00 Uhr GMT veröffentlicht werden. Es wird erwartet, dass US-Arbeitgeber 7,45 Millionen neue Stellen ausgeschrieben haben, etwas weniger als die 7,594 Millionen im Mai.
An der Eurozonen-Front scheinen Händler zunehmend zuversichtlich, dass die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer geldpolitischen Sitzung im September die Zinsen anheben wird. Analysten der Deutschen Bank erklärten in einem Bericht, dass die Preisbildung für eine EZB-Zinserhöhung im September bei rund 90% liege.

EUR/USD handelt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung vorsichtig um 1,1500. Das Paar weist kurzfristig eine moderate bullische Tendenz auf, da der Kurs über den exponentiell gleitenden 20-Perioden-Durchschnitt (EMA) bei 1,1451 steigt, was auf eine zugrunde liegende Nachfrage hindeutet, nachdem dieser kurzfristige Trendindikator zurückerobert wurde.
Der Relative Strength Index (14) bei 59,1 bleibt unter dem überkauften Bereich, tendiert jedoch nach oben, was darauf hindeutet, dass der Kaufdruck konstruktiv bleibt, ohne überdehnt zu sein.
Auf der Oberseite liegt der unmittelbare Widerstand bei der fallenden Trendlinien-Durchbruchmarke von 1,1555, die weitere Gewinne begrenzt und für die Bullen die nächste Hürde bei 1,1600 markiert; darüber würde das Paar seinen Aufwärtstrend in Richtung des Hochs vom 29. Mai bei 1,1686 ausweiten. Auf der Unterseite bietet der 20-Perioden-EMA bei 1,1451 die erste Unterstützung; ein Tagesschluss wieder unterhalb dieser Untergrenze würde den aktuellen positiven Ton schwächen und das Paar dem Hoch vom 28. Juli bei 1,1353 aussetzen.
(Die technische Analyse dieser Geschichte wurde mit Hilfe eines KI-Tools verfasst. Mehr erfahren.)
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.