Die jüngste Bewertung türkischer Banken durch Fitch ist nach Einschätzung der Commerzbank ein weiteres Warnsignal für die türkische Lira. Die Profitabilität der Institute habe sich nach regulatorischen Änderungen bei den risikogewichteten Fremdwährungsaktiva verschlechtert. Gleichzeitig belasteten niedrigere Kapitalquoten, sinkende Margen infolge früherer Zinssenkungen sowie hohe Kosten das Bankensystem. Hinzu kämen steigende Kreditausfälle, eine erneute Zunahme der Fremdwährungseinlagen und Inflationsrisiken im Zusammenhang mit dem Konflikt mit dem Iran, die den Wechselkurs zusätzlich unter Druck setzen könnten.
„Die jüngste Bewertung türkischer Banken durch Fitch ist ein weiteres Warnsignal für das Umfeld der Lira. Die Ratingagentur stellte fest, dass sich die Profitabilität im ersten Quartal abgeschwächt hat. Ein Grund dafür war die Abschaffung regulatorischer Erleichterungen bei den risikogewichteten Fremdwährungsaktiva.“
„Mit dem Wegfall dieser Erleichterungen gerieten Gewinne und Kapitalquoten unter Druck. Die harte Kernkapitalquote (CET1) sank von 14,1 % auf 11,5 %.“
„Niedrigere Renditen auf Wertpapierbestände, der Margendruck im Kreditgeschäft nach den Zinssenkungen im vierten Quartal 2025 sowie weiterhin hohe Handelsverluste und Betriebskosten belasteten zudem das operative Ergebnis.“
„Die Quote notleidender Kredite stieg zum Ende des ersten Quartals auf 3,3 % nach 3,1 % Ende des vierten Quartals 2025. Fitch erwartet, dass die Bedingungen schwierig bleiben. Höhere Lira-Zinsen und Inflationsdruck infolge des Iran-Konflikts dürften die Nettozinsmargen im zweiten Quartal wegen steigender Refinanzierungskosten zusätzlich belasten.“
„Ein weiteres beunruhigendes Detail ist der erneute Anstieg der Fremdwährungseinlagen. Ihr Anteil an den gesamten Einlagen erhöhte sich von 35,2 % auf 38,1 %. Das zeigt, wie schnell das Vertrauen schwinden kann, wenn sich die äußeren Rahmenbedingungen verschlechtern. Anzeichen finanzieller Spannungen erhöhen das Risiko zusätzlicher Wechselkursschwankungen.“