Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, sagte während der europäischen Handelssitzung am Freitag, dass die Entscheidung über die Zinssätze der Zentralbank von Sitzung zu Sitzung getroffen werde. Wie andere EZB-Vertreter sagte Lagarde außerdem, dass sie bislang keine Anzeichen für Zweitrundeneffekte bei der Inflation sehe.
Das Wachstum ist etwas vielversprechender als wir dachten.
Wir werden von Sitzung zu Sitzung über die Zinsen entscheiden.
Sehen bislang keine Zweitrundeneffekte.
An den Kommentaren scheint nichts zu stehen, was den Finanzmärkten nicht bereits bekannt ist, was höchstwahrscheinlich der Grund dafür ist, dass der Euro (EUR) nicht nennenswert reagiert hat. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts liegt EUR/USD leicht höher bei nahe 1,1485.
Der FXS Speechtracker zeigt heute eine schwächere Wirkung, wobei der Wert von 4,4/10 deutlich unter Lagardes historischem Basiswert von 5,7/10 liegt. Die Bemerkung, dass das Wachstum „etwas vielversprechender ist, als wir dachten“, verleiht dem Ton eine leicht hawkische Note, da sie die Dringlichkeit für aggressive Lockerungen verringert und das Abwärtspotenzial des Euro etwas begrenzt.
Die Vorgabe, von Sitzung zu Sitzung zu entscheiden, sowie das Eingeständnis, bislang keine Zweitrundeneffekte zu sehen, deuten jedoch eher auf eine vorsichtige, datenabhängige Haltung als auf eine klare Straffungstendenz hin. Insgesamt fällt die Rede im Vergleich zu den Erwartungen leicht hawkisch aus, doch der gedämpfte Wert deutet darauf hin, dass die Märkte nur begrenzte neue Informationen sehen, sodass sich die Bewegungen des Euro eher taktisch als trendverändernd darstellen.