Die Renditen von US-Staatsanleihen stiegen am Freitag, vor allem gestützt durch die Entscheidung der Federal Reserve, die Zinsen am Mittwoch anzuheben, während die Bank of Japan ihren Namen der Liste der großen Zentralbanken hinzufügte, die sich darauf konzentrieren, zu verhindern, dass die Inflation außer Kontrolle gerät.
Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe liegt um mehr als sechs Basispunkte höher bei 5% und damit knapp unter dem am Dienstag erreichten Stand von 5,041%, dem höchsten seit 2007.
Die Unsicherheit rund um den Konflikt im Nahen Osten trieb die Ölpreise nach oben und erhöhte damit das Risiko eines Inflationsanstiegs. Infolgedessen greifen große Zentralbanken ein und erhöhen die Zinsen.
Am Freitag erhöhte die Bank of Japan (BoJ) mit 7 zu 2 Stimmen die Zinsen um 25 Basispunkte auf 1,25%, den höchsten Stand seit 31 Jahren. Unterdessen entschied sich die Federal Reserve am Mittwoch einstimmig für eine Zinserhöhung um denselben Umfang wie die BoJ, die erste Anhebung seit drei Jahren, und erkannte damit an, dass die Inflation deutlich über dem 2%-Ziel der Fed liegt.
Der Anstieg der US-Anleiherenditen geht Hand in Hand mit der Einpreisung weiterer Zinserhöhungen durch die Fed durch die Händler. Für Ende 2026 preisten die Geldmärkte eine Straffung um 34 Basispunkte ein. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Oktober liegt laut Prime Terminal bei 55% und im Dezember bei 90%.

Die US-Industrieproduktion blieb von Juli bis August unverändert bei 0% MoM und verfehlte damit die 0,2% vom Juli sowie das erwartete Wachstum von 0,3%.
In der kommenden Woche umfasst der US-Wirtschaftskalender Reden von Vertretern der Federal Reserve, Arbeitsmarktberichte, S&P Flash-PMIs und Auftragseingänge für langlebige Güter.

Zinssätze sind der Preis für das Leihen von Geld und werden sowohl von Finanzinstituten an Kreditnehmer als auch an Sparer ausgezahlt. Zentralbanken beeinflussen sie durch ihre Leitzinsentscheidungen, um die Wirtschaft zu stabilisieren und die Inflation im Zielbereich von etwa 2 % zu halten.
Höhere Zinssätze stärken in der Regel die Währung eines Landes, da sie es für globale Investoren attraktiver machen, ihr Geld dort anzulegen.
Hohe Zinsen setzen den Goldpreis unter Druck, da Anleger höhere Renditen bei zinstragenden Anlagen erzielen können. Ein starker US-Dollar, der oft mit steigenden Zinsen einhergeht, senkt zusätzlich den Goldpreis, da Gold in Dollar notiert wird und ein stärkerer Dollar die Kaufkraft anderer Währungen verringert.
Der Fed-Funds-Zins ist der Übernachtzins, zu dem sich US-Banken gegenseitig Geld leihen. Dieser Leitzins wird in den geldpolitischen Sitzungen der Federal Reserve festgelegt und beeinflusst maßgeblich das Verhalten der Finanzmärkte. Die Markterwartungen in Bezug auf künftige Zinssätze werden durch das CME FedWatch Tool erfasst, das eine Orientierungshilfe für Investoren bietet.