Die GBP/USD-Paarung macht einen Teil ihrer Verluste wieder wett und steigt während des asiatischen Handels am Freitag auf nahe 1,3325, womit sie die fünftägige Verlustserie beendet. Allerdings könnte das Aufwärtspotenzial angesichts der verschärften militärischen Spannungen im Nahen Osten begrenzt sein. Händler bereiten sich auf die Veröffentlichung der britischen Einzelhandelsumsätze vor, die später am Freitag veröffentlicht werden.
Erneute geopolitische Spannungen im Nahen Osten könnten den US-Dollar (USD) als sichere Hafenwährung stützen. Das US Central Command (CENTCOM) teilte mit, dass es seine 13. aufeinanderfolgende Nacht gegen iranische Ziele gestartet habe. US-Präsident Donald Trump sagte am Donnerstag, die USA würden den Iran für die Aktionen der Huthis verantwortlich machen, und warnte, dass sowohl der Iran als auch seine Huthi-Verbündeten bald eine „schwere militärische Bestrafung“ erhalten würden, so der Guardian.
Händler erwarten, dass die Bank of England (BoE) ihren Leitzins in der kommenden Woche unverändert bei 3,75% belässt, da sie weiterhin die Auswirkungen des Nahostkonflikts bewertet. Laut Reuters preisten die Finanzmärkte bis Ende 2026 eine oder möglicherweise zwei Zinserhöhungen um jeweils einen Viertelpunkt ein, kaum verändert gegenüber Dienstag.
Die britischen Einzelhandelsumsätze könnten weitere Hinweise auf den Zinspfad im Vereinigten Königreich liefern. Für Juni wird bei den Einzelhandelsumsätzen ein Rückgang um 0,3% MoM erwartet, nach einem Anstieg um 1,2% im Mai. Sollte der Wert überraschend höher ausfallen, könnte dies die Bank of England (BoE) darin bestärken, an einer aggressiven Straffungshaltung festzuhalten, was das Cable stützen würde.
Analysten von Scotiabank weisen darauf hin, dass die geldpolitischen Erwartungen vor der Entscheidung der BoE in der kommenden Woche fest verankert bleiben, wobei die „Märkte … keine geldpolitische Änderung bei der nächsten MPC-Zinsentscheidung erwarten, bei der der Leitzins voraussichtlich bei 3,75% belassen wird.“ Dieser stabile geldpolitische Ausblick, so ihre Einschätzung, prägt weiterhin die kurzfristigen Handelsbedingungen für das Pfund gegenüber dem US-Dollar, während Anleger auf kommende britische Daten für weitere Impulse warten.
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.