Der USD/CHF gibt am Mittwoch Gewinne ab, da die Äußerungen von Federal Reserve (Fed)-Chef Kevin Warsh den US-Dollar (USD) leicht belasten. Die Erwartungen an eine Zinserhöhung der Fed und die fehlende Klarheit bei den US-Iran-Verhandlungen halten die Abwärtsrisiken des Greenbacks jedoch in Grenzen.
Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Berichts handelt das Paar bei rund 0,8086 und zieht sich damit von einem Intraday-Hoch von 0,8117 zurück.
Bei einer Rede auf dem EZB-Forum in Sintra am Mittwoch sagte Fed-Chef Kevin Warsh: „Wir werden keine Forward Guidance geben“ und fügte hinzu: „Wir werden einen neuen Kurs einschlagen, um bessere Entscheidungen treffen zu können.“ Warsh stellte außerdem fest, dass „die Inflationsrisiken zurückgegangen sind“.
Der US Dollar Index (DXY), der den Greenback gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen abbildet, notiert bei rund 101,27, knapp unter dem mehr als ein Jahr alten Hoch von 101,80, das letzte Woche erreicht wurde.
Die Vereinigten Staaten und der Iran haben letzten Monat ein 60-tägiges Memorandum of Understanding (MoU) erreicht, doch der Fortschritt in Richtung eines endgültigen Friedensabkommens bleibt langsam. Obwohl US- und iranische Gesandte in Doha, Katar, eingetroffen sind, sind derzeit keine direkten Gespräche zwischen den beiden Seiten geplant.
Im Bereich der Geldpolitik erwarten Händler, dass die Fed bereits im September die Zinsen anheben könnte, wobei die Märkte laut dem CME FedWatch Tool eine Wahrscheinlichkeit von 67 % für eine Zinserhöhung einpreisen.
Die Erwartungen an eine Zinserhöhung gewannen an Fahrt, nachdem die wirtschaftlichen Folgen des US-Iran-Kriegs die US-Verbraucherpreisindex (VPI)-Inflation im Mai auf 4,2 % steigen ließen, mehr als das Doppelte des 2 %-Ziels der Fed. Während die Ölpreise auf das Vorkriegsniveau zurückgegangen sind, erwarten die Märkte weiterhin eine straffere Geldpolitik, nachdem Fed-Chef Warsh die Notwendigkeit betont hat, die Preisstabilität wiederherzustellen.
Bei den Daten zeigte der ADP-Bericht zur Beschäftigungsveränderung, dass die privaten Beschäftigtenzahlen im Juni um 98.000 gestiegen sind, was unter den Markterwartungen von 113.000 liegt und unter dem Anstieg von 122.000 im Mai. Händler warten nun auf den ISM-Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe, der später in der amerikanischen Sitzung veröffentlicht wird, gefolgt vom US Nonfarm Payrolls (NFP)-Bericht am Donnerstag, um weitere Hinweise auf den geldpolitischen Ausblick der Fed zu erhalten.
Unterdessen stiegen die Schweizer Einzelhandelsumsätze im Mai im Jahresvergleich um 3,5 %, nach 1,7 % im April, und übertrafen damit die Markterwartungen von 0,8 %. Händler blicken nun auf den Schweizer VPI und den Finanzstabilitätsbericht der Schweizerischen Nationalbank (SNB), der am Donnerstag veröffentlicht wird.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) steuert die Geldpolitik des Landes und strebt eine jährliche Inflationsrate von unter 2 % an, um Preisstabilität zu gewährleisten.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) legt die Zinssätze fest, um die Preisstabilität zu gewährleisten. Wenn die Inflation über das Ziel hinausgeht, erhöht die SNB die Zinsen, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinsen stärken den Schweizer Franken (CHF), während niedrigere Zinsen ihn schwächen.
Die SNB greift zudem regelmäßig in den Devisenmarkt ein, um eine übermäßige Aufwertung des Schweizer Frankens zu verhindern, da ein starker Franken die Wettbewerbsfähigkeit der exportorientierten Schweizer Wirtschaft belastet. Zwischen 2011 und 2015 führte die SNB sogar eine feste Bindung des Frankens an den Euro ein, um dessen Aufwertung zu stoppen. Heute interveniert die Bank, indem sie ihre umfangreichen Devisenreserven nutzt, um Fremdwährungen wie den US-Dollar oder den Euro zu kaufen. In Zeiten hoher Inflation, insbesondere getrieben durch steigende Energiepreise, verzichtet die SNB jedoch auf Eingriffe, da ein starker Franken die Energieimporte verbilligt und so den Inflationsdruck auf Schweizer Haushalte und Unternehmen mildert.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) überprüft viermal jährlich, im März, Juni, September und Dezember, ihre geldpolitische Ausrichtung. Dabei veröffentlicht sie auch eine mittelfristige Inflationsprognose, die in den darauffolgenden Monaten das geldpolitische Umfeld maßgeblich prägen kann.