TradingKey - Die am Mittwoch von Automated Data Processing (ADP) veröffentlichten Daten zeigten, dass die Beschäftigung im US-Privatsektor im Juni um 98.000 Stellen gestiegen ist. Dies lag unter den Markterwartungen von 118.000, während der vorherige Wert auf 122.000 revidiert wurde. Dies ist der geringste Zuwachs seit März dieses Jahres.
Das Stellenwachstum wurde in erster Linie durch den Dienstleistungssektor angetrieben, die Verteilung auf die einzelnen Branchen war jedoch höchst ungleichmäßig. Der Dienstleistungssektor verzeichnete einen Zuwachs von 96.000 Stellen, wobei das Bildungs- und Gesundheitswesen (+48.000), Handel/Transport/Versorgungsbetriebe (+15.000) und Finanzaktivitäten (+14.000) den Großteil der Zuwächse beisteuerten. Der güterproduzierende Sektor schuf lediglich 2.000 Stellen, wobei das verarbeitende Gewerbe 5.000 und das Baugewerbe 2.000 Stellen beitrugen, während im Sektor Rohstoffe/Bergbau 5.000 Stellen abgebaut wurden. Das Freizeit- und Gastgewerbe verzeichnete lediglich einen Zuwachs von 2.000 Stellen und setzte damit seinen schwachen Trend mit dem sechsten Monat in Folge mit schleppender Neueinstellung fort.
Nach Unternehmensgröße aufgeteilt, stellten Kleinunternehmen (1-49 Mitarbeiter) 53.000 neue Mitarbeiter ein, mittlere Unternehmen (50-499 Mitarbeiter) verzeichneten einen Zuwachs von 29.000 Stellen und Großunternehmen (500 oder mehr Mitarbeiter) legten um 25.000 Stellen zu.
An der Lohnfront lag das Lohnwachstum im Jahresvergleich für Arbeitnehmer, die ihre Stelle behielten, im Juni bei 4,4 % und blieb damit gegenüber dem Vormonat unverändert. Bei den Jobwechslern sprang das Lohnwachstum im Jahresvergleich von 6,0 % im Mai auf 6,6 %, was darauf hindeutet, dass sich das Zeitfenster für höhere Gehälter durch einen Arbeitsplatzwechsel vergrößert.
Nela Richardson, Chefökonomin bei ADP, erklärte: „Das Tempo bei den Neueinstellungen spiegelt sowohl Angebot als auch Nachfrage wider. Wir wissen, dass Menschen länger brauchen, um einen Job zu finden, aber einige Branchen zeigen auch Anzeichen eines knappen Arbeitskräfteangebots. Derzeit führt dies in der Gesamtwirkung zu einer Verlangsamung des Stellenaufbaus.“
Nach der Veröffentlichung der Daten gab der US-Dollar-Index (DXY) kurzfristig leicht auf 101,42 nach. Der Spot-Goldpreis zeigte sich wenig volatil und notierte bei 4.024,8 USD je Unze. Die Renditen von US-Staatsanleihen gaben leicht nach, wobei die 10-jährige Rendite zuletzt um 6,31 Basispunkte auf 4,485 % zulegte.
Die ADP-Daten werden in der Regel als Frühindikator für den monatlichen US-Arbeitsmarktbericht (Nonfarm Payrolls) des US-Arbeitsministeriums angesehen. Der US-Arbeitsmarktbericht für Juni soll am Freitag (2. Juli) um 20:30 Uhr veröffentlicht werden.
Der Marktkonsens erwartet derzeit für Juni einen Zuwachs bei den Nonfarm Payrolls um 115.000 Stellen bei einer Arbeitslosenquote von 4,3 %. Goldman Sachs prognostiziert einen Anstieg um 130.000, was über dem Marktkonsens liegt. Aufgrund unterschiedlicher statistischer Methoden liefen die ADP- und die Nonfarm-Payroll-Daten in der Vergangenheit nicht immer perfekt synchron.
Gouverneur Warsh von der Fed wird heute im Laufe des Tages an einer geldpolitischen Podiumsdiskussion auf dem Forum der Europäischen Zentralbank in Sintra, Portugal, teilnehmen. Der Markt wird seine Äußerungen genauestens auf die neuesten Positionen zu den Inflationsaussichten und dem Zinspfad hin beobachten.