Das Paar AUD/USD verliert am frühen Freitagmorgen im europäischen Handel an Dynamik und notiert bei rund 0,7180. Die steigenden Spannungen im Nahen Osten belasten risikoreichere Anlagen wie den Australischen Dollar (AUD) gegenüber dem US-Dollar (USD). Der US-Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe im Mai wird später am Montag veröffentlicht.
Die kuwaitischen Streitkräfte teilten laut einem Bericht des Guardian am Montag mit, dass die Luftabwehrsysteme des Landes feindliche Raketen- und Drohnenangriffe abfangen, nachdem Luftalarm-Sirenen ertönten und landesweit Notfallwarnungen ausgegeben wurden.
Der iranische Außenminister Abbas Araghchi erklärte am Wochenende, dass Gespräche und Nachrichtenaustausch mit den USA andauerten, jedoch könne keine Bewertung der Verhandlungen vorgenommen werden, bis ein klares Ergebnis erzielt sei.
Die Händler werden die US-Arbeitsmarktdaten für Mai am Freitag genau beobachten, da Vertreter der US-Notenbank (Fed) signalisieren, dass die Zentralbank die Zinsen anheben muss, falls der Krieg die bereits hohe Inflation weiter beschleunigt. Ökonomen erwarten, dass die US Nonfarm Payrolls (NFP) im Mai um 96.000 steigen, während die US-Arbeitslosenquote im gleichen Zeitraum voraussichtlich stabil bei 4,3 % bleibt.
„Der USD wird stark von den Entwicklungen im US-iranischen Krieg und dem US Nonfarm Payrolls-Bericht für Mai beeinflusst werden“, sagte Joseph Capurso, Leiter FX bei der Commonwealth Bank of Australia.
Auf australischer Seite haben ein schwächer als erwartet ausgefallener inländischer Inflationsbericht und ein überraschender Anstieg der Arbeitslosenquote die Wetten auf eine Zinserhöhung der Reserve Bank of Australia (RBA) im Juni deutlich reduziert. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei der nächsten Sitzung der RBA sank laut den von Westpac bereitgestellten Finanzmarktdaten von 13 % vor der Veröffentlichung des Beschäftigungsberichts auf nur noch 3 %.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.