Das Paar USD/CAD fällt am Montag im frühen europäischen Handel auf rund 1,3805. Der US-Dollar (USD) schwächt sich gegenüber dem Kanadischen Dollar (CAD) ab, nachdem US-Beamte Fortschritte bei einem Friedensabkommen mit Iran signalisierten. Die Handelsvolumina werden aufgrund eines Marktschlusses zum Memorial Day in den USA voraussichtlich gering ausfallen.
Reuters berichtete am Montag, dass US-Außenminister Marco Rubio sagte, die USA würden der Diplomatie gegenüber Iran jede Chance geben, aber andere Mittel verfolgen, falls kein guter Deal erzielt werden könne, und bezeichnete den aktuellen Rahmen als solide. Rubio erklärte, dass ein Abkommen zur Beendigung des Krieges mit Iran am Montag noch möglich sei.
Am Sonntag sagte US-Präsident Donald Trump, dass Washington und Iran ein Memorandum of Understanding über ein Friedensabkommen „weitgehend ausgehandelt“ hätten, das die Straße von Hormus wieder öffnen würde.
Obwohl die globalen Ölpreise hoch bleiben, konnte der rohstoffgebundene Loonie nicht davon profitieren. Sorgen über das zugrundeliegende inländische Wirtschaftswachstum könnten die typischen rohstoffgetriebenen Rückenwinde ausgleichen.
Die Händler bereiten sich auf den US-Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE) am Donnerstag vor, um neuen Impuls zu erhalten. Bei heißeren als erwarteten Ergebnissen könnte dies den Greenback gegenüber dem CAD kurzfristig stützen.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.