Das Paar AUD/USD vollzieht eine ordentliche Intraday-Erholung aus dem Bereich 0,7120-0,7115, einem frischen Monatstief, das am Montag erreicht wurde, und hält sich im Verlauf der ersten Hälfte der europäischen Sitzung an moderaten Gewinnen fest. Die Spotpreise scheinen vorerst eine zweitägige Verlustserie beendet zu haben, wenngleich der fundamentale Hintergrund für bullische Trader Vorsicht gebietet.
Der US-Dollar (USD) zieht sich von seinem höchsten Stand seit dem 7. April zurück, da die Bullen nach der in der vergangenen Woche beobachteten Rallye Gewinne mitnehmen, was wiederum zu einem intraday Short-Covering rund um das Paar AUD/USD führt. Ein nennenswerter Abwärtsdruck auf den USD scheint jedoch angesichts anhaltender geopolitischer Unsicherheiten und steigender Wetten auf eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank (Fed) begrenzt.
In den jüngsten Entwicklungen rund um die Nahost-Krise verursachte ein Drohnenangriff ein Feuer in einem Kernkraftwerk in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), während Saudi-Arabien mitteilte, drei aus dem Irak gestartete Drohnen abgefangen zu haben. Hinzu kommt, dass US-Präsident Donald Trump am Sonntag Iran warnte, die „Uhr ticke“ und „nichts mehr übrig sein werde“, falls nicht bald gehandelt werde, und betonte, dass „Zeit von entscheidender Bedeutung“ sei.
Dies erhöht das Risiko einer weiteren Eskalation der Konflikte im Nahen Osten und dämpft die Hoffnungen auf ein US-Iran-Friedensabkommen angesichts festgefahrener Gespräche, was den sicheren Hafen USD weiterhin stützen sollte. Unterdessen hebt die US-Iran-Konfrontation die Rohölpreise auf ein Zwei-Wochen-Hoch, belebt Inflationsängste und stärkt die Wetten auf eine restriktivere US-Notenbank. Dies könnte den USD weiter unterstützen und das Paar AUD/USD begrenzen.
Daher ist es ratsam, auf starke Anschlusskäufe zu warten, bevor bestätigt werden kann, dass der jüngste Korrekturrückgang vom höchsten Stand seit April 2022, der Anfang dieses Monats erreicht wurde, seinen Verlauf beendet hat und eine Positionierung für weitere Gewinne sinnvoll ist. Mangels relevanter US-Wirtschaftsdaten am Montag werden die USD-Preisdynamiken das Paar AUD/USD beeinflussen und kurzfristige Handelsmöglichkeiten schaffen.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.