Das Paar AUD/USD zieht am Freitag in den frühen asiatischen Handelsstunden einige Verkäufer in der Nähe von 0,7205 an. Die Märkte bleiben vor dem zweiten Tag des Treffens zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Peking am Freitag vorsichtig.
Trump sagte am ersten Tag des Treffens am Donnerstag, er hoffe, dass die Beziehung zwischen den USA und China „stärker und besser als je zuvor“ sein werde. Er fügte hinzu, dass Xi Hilfe zur Lösung des Konflikts angeboten und zugesagt habe, keine militärische Ausrüstung an den Iran zu liefern. Xi möchte auch die kritische Straße von Hormus wieder öffnen sehen.
Der Fokus liegt auf Taiwan, da Xi den US-Präsidenten warnte, dass ein Fehlverhalten in Bezug auf Chinas Ansprüche auf Taiwan „Zusammenstöße und sogar Konflikte“ verursachen könnte, da die umstrittene Insel ein zentrales Thema der Gespräche ist. Jegliche Anzeichen von Spannungen zwischen den USA und China könnten den China-Proxy Aussie belasten, da China ein wichtiger Handelspartner Australiens ist.
Die jüngsten beschleunigten US-Inflationsdaten haben die Erwartungen verstärkt, dass die US-Notenbank (Fed) die hohen Zinssätze über einen längeren Zeitraum beibehalten wird, was den US-Dollar (USD) unterstützt. Die Märkte preisen nun laut dem CME FedWatch Tool eine Wahrscheinlichkeit von fast 32,9% ein, dass die Fed die Zinsen bei der Sitzung im Dezember um mindestens 25 Basispunkte (bps) anheben wird, gegenüber 22,5% vor einer Woche.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.