GBP/JPY setzt am Mittwoch zum zweiten Mal in Folge Verluste fort, da das britische Pfund (GBP) unter breitem Druck steht, belastet durch zunehmende politische Unsicherheit im Vereinigten Königreich. Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Textes notiert das Währungspaar bei rund 213,08, nach einem Intraday-Hoch nahe 213,70 und einem Tagesverlust von etwa 0,15%.
Der politische Druck auf den britischen Premierminister Keir Starmer hat sich nach den schweren Verlusten der Labour-Partei bei den Kommunalwahlen in der vergangenen Woche verstärkt. Berichten zufolge haben mehr als 80 Labour-Abgeordnete Starmer zum Rücktritt aufgefordert, während bereits vier Kabinettsminister angesichts des zunehmenden Drucks zurückgetreten sind.
Der britische Gesundheitsminister Wes Streeting gilt Berichten zufolge als potenzieller Herausforderer für die Parteiführung. Starmer hat bestätigt, dass er nicht von seinem Amt zurücktreten wird, während Verbündete des Premierministers angeblich erklärten, er sei bereit, sich in einem möglichen Führungswettbewerb Streeting zu stellen.
Die Verluste bei GBP/JPY bleiben jedoch relativ begrenzt, da der japanische Yen (JPY) Schwierigkeiten hat, angesichts der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten an Zugkraft zu gewinnen. Die erhöhten Ölpreise trüben weiterhin Japans Wirtschaftsaussichten, da das Land stark von Energieimporten aus der Region abhängig ist.
Unterdessen erhöhen die durch Öl getriebenen Inflationsrisiken den Druck auf die Zentralbanken, die Zinssätze weiter anzuheben. Händler rechnen derzeit mit zwei weiteren Zinserhöhungen der Bank of England (BoE) bis zum Jahresende, während erwartet wird, dass die Bank of Japan (BoJ) ihren allmählichen Straffungskurs beibehält, da der Energieschock ihre Fähigkeit einschränken könnte, die Geldpolitik aggressiver zu normalisieren.
Dies könnte die Zinsdifferenz zwischen BoE und BoJ weiter vergrößern und GBP/JPY trotz der kurzfristigen Schwäche auf der Oberseite geneigt halten.

Im Tages-Chart rutscht GBP/JPY zurück in Richtung des unteren Bollinger Bands, wobei der Kurs unter dem 20-Tage-Simple Moving Average (dem mittleren Bollinger Band) bei etwa 214,30 bleibt und zusätzlich durch das obere Band nahe 216,66 begrenzt wird, was die kurzfristige Tendenz trotz des übergeordneten Aufwärtstrends bärisch hält.
Der Relative Strength Index (RSI) ist auf die mittleren 40er zurückgegangen, was darauf hindeutet, dass das Aufwärtsmomentum nachgelassen hat, während der Average Directional Index (ADX) um die mittleren 20er einen moderierenden, aber weiterhin vorhandenen Trend signalisiert.
Auf der Oberseite ergibt sich der erste Widerstand am mittleren Bollinger Band bei rund 214,29; ein Durchbruch dort würde das obere Band nahe 216,66 als nächste Hürde freilegen.
Auf der Unterseite bietet das untere Bollinger Band bei etwa 211,94 die erste nennenswerte Unterstützung; ein Tagesschlusskurs unterhalb dieser Zone würde den Weg für eine tiefere Korrektur innerhalb der breiteren Handelsspanne öffnen.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.