Der Silberpreis (XAG/USD) setzt seine Gewinnserie am vierten Tag in Folge fort und notiert während der asiatischen Handelszeiten am Montag bei rund 80,70 USD je Feinunze. Allerdings könnte der Silberpreis erheblichen Abwärtsdruck erfahren, da ein „perfekter Sturm“ aus steigenden Energiekosten und vorsichtigen Signalen der Zentralbanken die Anlegernachfrage nach unverzinslichen Vermögenswerten dämpft.
Angesichts der durch Energiepreise angefachten neuen Inflationssorgen preisen die globalen Märkte zunehmend ein „höher für länger“ Zinsumfeld ein. Dieses Sentiment wurde durch die jüngsten US-Arbeitsmarktdaten weiter gestärkt; obwohl die Nonfarm Payrolls im April auf 115.000 zurückgingen (März: 185.000), übertrafen sie die von Analysten erwarteten 62.000 deutlich. Bei einer stabilen Arbeitslosenquote von 4,3 % hat die Federal Reserve ausreichend Gründe, eine restriktive Geldpolitik beizubehalten. Händler rechnen nun mit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte durch die Europäische Zentralbank (EZB) im Juni, mit Erwartungen von insgesamt drei Erhöhungen bis Ende 2026.
Die geopolitische Lage hat eine weitere Volatilitätsebene hinzugefügt, da die Hoffnungen auf einen diplomatischen Durchbruch im Nahen Osten zu schwinden beginnen. US-Präsident Donald Trump wies kürzlich Irans neuesten Friedensvorschlag zurück und bezeichnete ihn als „völlig inakzeptabel“. Während Teheran den Wunsch geäußert hat, den Konflikt an allen Fronten, einschließlich Libanon, zu beenden und kritische Schifffahrtsrouten durch die Straße von Hormus zu sichern, hat das Fehlen eines konkreten Zeitplans für die Wiedereröffnung der Wasserstraße die Märkte verunsichert. Diese ins Stocken geratenen Verhandlungen, zusammen mit erneuten Angriffen am Wochenende, bedrohen den fragilen Waffenstillstand, der seit Anfang April galt.
Zu den Schwierigkeiten des Silbers kommt die wiedererstarkte Stärke des US-Dollars (USD) hinzu, der als Hauptprofiteur der jüngsten Nachfrage nach sicheren Häfen hervorgegangen ist. Da Anleger zur Liquidität des Greenbacks als Absicherung gegen geopolitische Instabilität wechseln, werden in Dollar denominierte Metalle für internationale Käufer teurer.
Silber ist ein Edelmetall, das bei Investoren sehr gefragt ist. Es wurde in der Vergangenheit als Wertanlage und Tauschmittel verwendet. Obwohl Silber weniger populär ist als Gold, können Anleger es wegen seines inneren Wertes zur Diversifizierung ihres Anlageportfolios oder als potenzielle Absicherung in Zeiten hoher Inflation nutzen. Anleger können Silber physisch in Form von Münzen oder Barren kaufen oder über Instrumente wie börsengehandelte Fonds handeln, die den Silberpreis an den internationalen Märkten nachbilden.
Der Silberpreis kann durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden.Geopolitische Instabilität oder die Angst vor einer tiefen Rezession können den Silberpreis aufgrund seines Status als sicherer Hafen in die Höhe treiben, wenn auch in geringerem Maße als Gold. Als Vermögenswert ohne Zinsen steigt der Silberpreis tendenziell, wenn die Zinssätze sinken. Seine Bewegungen hängen auch von der Entwicklung des US-Dollars (USD) ab, der wiederum von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden kann. Ein starker Dollar hält den Silberpreis tendenziell niedrig, während ein schwächerer Dollar den Preis wahrscheinlich nach oben treibt. Andere Faktoren wie die Investitionsnachfrage, das Minenangebot - Silber wird viel häufiger abgebaut als Gold - und die Recyclingquoten können sich ebenfalls auf die Preise auswirken.
Silber wird häufig in der Industrie verwendet, insbesondere in Bereichen wie Elektronik und Solarenergie, wo es eine der höchsten elektrischen Leitfähigkeiten aller Metalle aufweist - höher als die von Kupfer und Gold. Ein Anstieg der Nachfrage kann zu höheren Preisen führen, während ein Rückgang tendenziell zu niedrigeren Preisen führt. Die Dynamik der Volkswirtschaften der USA, Chinas und Indiens kann ebenfalls zu Preisschwankungen beitragen: In den USA und insbesondere in China wird Silber in verschiedenen Prozessen der großen Industriezweige eingesetzt; in Indien spielt auch die Nachfrage der Verbraucher nach dem Edelmetall für Schmuck eine wichtige Rolle bei der Preisbildung.
Der Silberpreis folgt in der Regel den Bewegungen des Goldpreises. Wenn der Goldpreis steigt, folgt der Silberpreis in der Regel diesem Trend, vor allem weil beide als sichere Anlage gelten. Das Gold-Silber-Verhältnis, das angibt, wie viele Unzen Silber benötigt werden, um den Wert einer Unze Gold zu erreichen, kann helfen, die relative Bewertung der beiden Metalle zu bestimmen. Einige Anleger halten ein hohes Verhältnis für einen Indikator dafür, dass Silber unterbewertet und Gold überbewertet ist. Umgekehrt könnte ein niedriges Verhältnis darauf hindeuten, dass Gold im Vergleich zu Silber unterbewertet ist.