EUR/USD gewinnt nach einem Gap-Down-Öffnung an Boden, hält jedoch die Tagesverluste nahe 1,1750 während der asiatischen Handelszeiten am Montag. Das Paar bleibt im negativen Bereich, da der US-Dollar (USD) angesichts wachsender Risikoaversion fest bleibt.
US-Präsident Donald Trump beschrieb in einem Beitrag auf Truth Social die Antwort Teherans als „VÖLLIG INAKZEPTABEL“, nachdem Berichte veröffentlicht wurden, dass Iran vorgeschlagen habe, einen Teil seines hochangereicherten Uranvorrats in ein Drittland zu verlagern, während es sich weigere, seine Nuklearanlagen abzubauen. Laut US-Beamten wird Trump am Mittwoch in Peking eintreffen und voraussichtlich unter anderem mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping über Iran sprechen.
Der iranische Staatsfernsehen berichtete, dass ein iranischer Beamter sagte, Teherans Antwort betone die Beendigung des Konflikts auf allen Fronten, insbesondere im Libanon, sowie die Sicherung der Schifffahrtswege durch die Meerenge, wobei jedoch keine Details dazu genannt wurden, wie oder wann die wichtige Wasserstraße wieder geöffnet werden könnte.
Ein anhaltender Nahostkonflikt und der fragile Waffenstillstand zwischen den USA und Iran könnten die Nachfrage nach dem sicheren Hafen Greenback weiterhin stützen und das wichtige Währungspaar kurzfristig belasten.
Das US Bureau of Labor Statistics veröffentlichte am Freitag Daten, die zeigten, dass die Nonfarm Payrolls (NFP) im April um 115.000 zunahmen, nach 185.000 im März, aber immer noch über der Markterwartung von 62.000 lagen. Gleichzeitig blieb die Arbeitslosenquote im April unverändert bei 4,3 % und entsprach damit den Erwartungen der Analysten.
Der Euro könnte aufgrund des hawkischen Tons rund um den geldpolitischen Ausblick der Europäischen Zentralbank (EZB) an Boden gewinnen. Händler erwarten eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte (bps) bei der Sitzung im Juni, mit insgesamt drei Erhöhungen bis Ende 2026, so Reuters.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.