Das USD/CAD-Paar zieht nach dem späten Pullback vom Freitag aus der Nähe des 100-Tage-Simple Moving Average (SMA) etwas Dip-Käufe an und klettert während der asiatischen Sitzung am Montag wieder näher an die Marke von 1,3700. Dies markiert den vierten positiven Handelstag in Folge – sowie den sechsten in den letzten sieben – und wird von einer moderaten Stärke des US-Dollars (USD) getragen.
Der jüngste Optimismus hinsichtlich eines möglichen US-Iran-Friedensabkommens und der Deeskalation des Konflikts verflog recht schnell im Zuge erneuter Feindseligkeiten in der Straße von Hormus. Hinzu kommt, dass sowohl US-Präsident Donald Trump als auch der Iran die Friedensvorschläge des jeweils anderen zur Beendigung des Krieges und zur schrittweisen Wiedereröffnung der Straße von Hormus angesichts erheblicher Meinungsverschiedenheiten über Irans Nuklearprogramm ablehnten. Dies hält die geopolitischen Risiken aufrecht und begünstigt den sicheren Hafen USD, der dem USD/CAD-Paar etwas Unterstützung bietet.
Unterdessen lösen anhaltende geopolitische Unsicherheiten eine neue Aufwärtsbewegung bei den Rohölpreisen aus, was inflationsbedingte Ängste wiederbelebt. Hinzu kommt, dass der positive US Nonfarm Payrolls (NFP)-Bericht vom Freitag die Erwartungen an eine restriktivere US-Notenbank (Fed) befeuerte und sich als weiterer Faktor zur Stützung des Greenback erwies. Der Kanadische Dollar (CAD) hingegen wird durch enttäuschende monatliche Beschäftigungsdaten belastet, die zeigten, dass die Arbeitslosenquote im April auf 6,9 % gestiegen ist.
Das heißt, steigende Rohölpreise könnten Händler davon abhalten, aggressive bärische Wetten auf den rohstoffgebundenen Loonie abzuschließen, und weitere Aufwärtsbewegungen des USD/CAD-Paares begrenzen. Auch aus technischer Sicht macht das Scheitern am Freitag vor dem 100-Tage-SMA es ratsam, auf eine nachhaltige Stärke über dieser Barriere zu warten, bevor man sich für weitere Gewinne positioniert. Mangels relevanter marktrelevanter Wirtschaftsdaten bleiben die Kassapreise den Dynamiken zwischen USD und Ölpreisen ausgeliefert.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.