Das Paar EUR/USD verliert im frühen asiatischen Handel am Montag an Dynamik und nähert sich der Marke von 1,1765. Der Euro (EUR) schwächt sich gegenüber dem US-Dollar (USD) inmitten einer vorsichtigen Stimmung ab, nachdem US-Präsident Donald Trump und der Iran die jüngsten Friedensvorschläge des jeweils anderen zur Beendigung des Krieges im Nahen Osten zurückgewiesen haben.
Bloomberg berichtete am Sonntag, dass Trump ein neues Friedensangebot Irans als „völlig inakzeptabel“ zurückwies. Ein iranischer Beamter sagte laut iranischem Staatsfernsehen, die Antwort konzentriere sich auf die Beendigung des Krieges an allen Fronten, insbesondere im Libanon, sowie auf die Sicherheit der Schifffahrt durch die Meerenge, ohne anzugeben, wie oder wann die wichtige Wasserstraße wieder geöffnet werden könnte.
Ein langwieriger Konflikt im Nahen Osten und ein fragiler Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran könnten eine sichere Hafenwährung wie den Greenback stärken und dem Hauptpaar kurzfristig Gegenwind verschaffen.
Die am Freitag vom Bureau of Labor Statistics veröffentlichten Daten zeigten, dass die Nonfarm Payrolls (NFP) im April um 115.000 stiegen, verglichen mit 185.000 im März, jedoch besser als die prognostizierten 62.000. Die Arbeitslosenquote blieb im April mit 4,3 % im Einklang mit dem Marktkonsens.
Auf der anderen Seite des Atlantiks könnte der hawkische Ton der Europäischen Zentralbank (EZB) der Gemeinschaftswährung etwas Unterstützung bieten. Die Finanzmärkte rechnen laut Reuters nun mit einer Wahrscheinlichkeit von 92 % für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte (bps) bei der Juni-Sitzung, wobei bis Ende 2026 insgesamt drei Zinserhöhungen erwartet werden.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.