West Texas Intermediate (WTI), die US-Rohöl-Benchmark, wird am frühen Donnerstagmorgen im europäischen Handel bei rund 96,70 USD gehandelt. Der WTI-Preis gibt leicht nach, da Händler auf das Ergebnis des Gipfels zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Peking am Donnerstag und Freitag warten.
Die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete am Donnerstag, dass Xi Jinping den US-CEOs, die Trump bei seinem Besuch in Peking begleiten, mitteilte, dass Chinas Tür nur noch weiter geöffnet werde und er davon ausgehe, dass US-Unternehmen mehr Chancen im Land haben würden.
Darüber hinaus wird erwartet, dass Trump Xi dazu ermutigt, Teheran, einen chinesischen Verbündeten, zu drängen, einem Friedensabkommen zuzustimmen und die Straße von Hormus, einen wichtigen Engpass für den Ölhandel, wieder zu öffnen.
Das Treffen fand zwei Tage nachdem der US-Präsident gewarnt hatte, dass Irans Reaktion auf den US-Vorschlag unbefriedigend sei. Trump sagte außerdem, dass der laufende Waffenstillstand auf der Intensivstation liege und drohte, die Bombardierung des Landes wieder aufzunehmen. Jegliche positive Entwicklungen im Zusammenhang mit den US-chinesischen Gesprächen könnten den WTI-Preis kurzfristig nach unten ziehen.
Die Internationale Energieagentur (IEA) erklärte am Mittwoch, dass die weltweite Ölversorgung in diesem Jahr die Gesamtnachfrage nicht decken werde, da der Iran-Krieg die Ölproduktion im Nahen Osten stark beeinträchtigt und die Vorräte in beispiellosem Tempo schrumpfen lässt.
Die IEA prognostiziert, dass die weltweite Ölversorgung im Jahr 2026 aufgrund des Krieges um etwa 3,9 Millionen Barrel pro Tag (bpd) sinken wird, was ihre vorherige Prognose, die einen Rückgang von 1,5 Millionen bpd erwartet hatte, deutlich reduziert.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.