Der Schweizer Franken (CHF) handelt gegenüber seinen wichtigsten Währungspartnern unverändert und schwankt während der europäischen Handelssitzung am Donnerstag um 0,7820 gegenüber dem US-Dollar (USD). Das Paar USD/CHF konsolidiert, während die Anleger auf Kommentare von US-Präsident Donald Trump zum Treffen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping warten.
Bisher hat der chinesische Staatschef Xi den Besuch von US-CEOs zusammen mit Präsident Trump begrüßt und Optimismus hinsichtlich der Handelsaussichten zwischen beiden Nationen geäußert. Allerdings hat Xi gewarnt, dass die beiden Nationen in Konflikt geraten könnten, wenn die Taiwan-Frage von Washington „falsch gehandhabt“ wird.
Zum Zeitpunkt der Berichterstattung handelt der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenbacks gegenüber sechs wichtigen Währungen misst, fest nahe 98,50. Der DXY liegt damit nahe seinem Wochenhoch von 98,60, das am Mittwoch erreicht wurde.
Die anhaltende Outperformance des US-Dollars wird durch gestiegene Erwartungen gestützt, dass die Federal Reserve (Fed) entweder die Zinssätze auf dem aktuellen Niveau belässt oder bis zum Jahresende mindestens eine Zinserhöhung vornimmt.
Laut dem CME FedWatch Tool liegen die Chancen, dass die Fed in diesem Jahr mindestens eine Zinserhöhung vornimmt, bei 32,2 %, während diese vor einem Monat nahezu bei null lagen. Die Mehrheit erwartet, dass die Fed den Status quo beibehält. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung in diesem Jahr liegt nur bei 1 %.
Die dovishe Erwartungshaltung gegenüber der Fed hat nach der Veröffentlichung des US-Verbraucherpreisindex (VPI) am Dienstag abgenommen, der zeigte, dass die Gesamtinflation im April auf 3,8 % im Jahresvergleich (YoY) von zuvor 3,3 % beschleunigt ist.
Der Schweizer Franken gehört zu den am häufigsten gehandelten Währungen weltweit, obwohl die Schweizer Wirtschaft relativ klein ist. Der Wert der Währung wird stark durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) beeinflusst.
Der Schweizer Franken (CHF) gilt in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Die Stabilität der Schweizer Wirtschaft, große Zentralbankreserven und die politische Neutralität des Landes machen den Franken zu einer bevorzugten Anlagewährung in turbulenten Zeiten. Anleger flüchten in den Franken, wenn globale Risiken zunehmen.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tritt viermal im Jahr – einmal pro Quartal, seltener als andere bedeutende Zentralbanken – zusammen, um über ihre Geldpolitik zu entscheiden. Ihr erklärtes Ziel ist es, die jährliche Inflationsrate unter 2 % zu halten. Überschreitet die Inflation diese Marke oder wird erwartet, dass dies in naher Zukunft geschieht, greift die SNB ein und erhöht den Leitzins, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinssätze wirken sich in der Regel positiv auf den Schweizer Franken (CHF) aus, da sie die Renditen erhöhen und die Schweiz für Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Franken.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen spielen eine zentrale Rolle bei der Bewertung des Schweizer Franken (CHF). Obwohl die Schweizer Wirtschaft als stabil gilt, können plötzliche Veränderungen bei Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz oder Währungsreserven signifikante Auswirkungen auf den CHF haben. Starke Wirtschaftsdaten, niedrige Arbeitslosigkeit und ein hohes Verbrauchervertrauen stützen in der Regel den Franken. Umgekehrt könnte eine Abkühlung der Konjunktur eine Abwertung der Währung zur Folge haben.
Als kleine und offene Volkswirtschaft ist die Schweiz stark von der wirtschaftlichen Stabilität der Eurozone abhängig. Die erweiterte Europäische Union ist nicht nur der wichtigste Handelspartner der Schweiz, sondern auch ein bedeutender politischer Verbündeter. Eine stabile makroökonomische und geldpolitische Lage in der Eurozone ist daher von entscheidender Bedeutung für die Schweiz und den Schweizer Franken (CHF). Angesichts dieser engen Verflechtungen legen einige Modelle nahe, dass die Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung des Euro (EUR) und des Schweizer Franken mit über 90 % nahezu perfekt ist.