Der Euro (EUR) stärkt sich am Freitag gegenüber dem US-Dollar (USD), da der Greenback nach gemischten US-Arbeitsmarktdaten unter Druck bleibt. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert EUR/USD bei etwa 1,1777 und liegt damit am Tag rund 0,44 % im Plus.
Von der US-Behörde für Arbeitsstatistik (BLS) veröffentlichte Daten zeigten, dass die Nonfarm Payrolls (NFP) im April um 115.000 stiegen, womit die Markterwartungen von 62.000 übertroffen wurden, sich jedoch gegenüber dem Anstieg von 185.000 im März (revidiert von 178.000) verlangsamten. Die Arbeitslosenquote blieb mit 4,3 % unverändert und entsprach den Markterwartungen.
Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen im April um 0,2 % im Monatsvergleich, verfehlten damit die Erwartungen von 0,3 % und entsprachen dem vorherigen Wert. Das jährliche Lohnwachstum beschleunigte sich von 3,4 % auf 3,6 %, blieb jedoch unter der Prognose von 3,8 %.
Insgesamt wird erwartet, dass die Daten den vorsichtigen Kurs der Federal Reserve stützen und die Erwartungen verstärken, dass die Entscheidungsträger geduldig bleiben, bevor sie die geldpolitische Lockerung wieder aufnehmen, insbesondere da die Aufwärtsrisiken für die Inflation angesichts der hohen Ölpreise und der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten gestiegen sind.
Die Märkte bleiben jedoch vorsichtig optimistisch, dass die USA und der Iran schließlich eine Einigung zur Beendigung des Krieges erzielen könnten, trotz neuer Berichte über Zusammenstöße zwischen US- und iranischen Streitkräften in der Nähe der Straße von Hormus.
US-Präsident Donald Trump spielte die jüngsten Spannungen am Donnerstag herunter und erklärte, der Waffenstillstand bleibe bestehen, während Washington auf Irans Antwort auf den jüngsten US-Vorschlag warte. Teheran wird erwartet, seine Antwort in den kommenden Tagen über pakistanische Vermittler zu übermitteln.
Diese vorsichtige Zuversicht belastet den Greenback, der auf das Niveau vor dem Krieg zurückgefallen ist, da die Anleger ihre Nachfrage nach sicheren Häfen für den US-Dollar zurückschrauben. Infolgedessen bleibt EUR/USD auf Kurs, die Woche zum zweiten Mal in Folge im positiven Bereich zu beenden.
Der US Dollar Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen abbildet, notiert bei etwa 97,90 und liegt damit am Tag rund 0,40 % im Minus.
Die Nonfarm Payrolls (NFP) sind ein zentraler Bestandteil des monatlichen Arbeitsmarktberichts des US-amerikanischen Bureau of Labor Statistics. Dieser Indikator misst die Veränderung der Beschäftigtenzahl im Vormonat, ausgenommen der Landwirtschaft, und gilt als entscheidender Wirtschaftsindikator für die US-Wirtschaft.
Die Nonfarm Payrolls (NFP) können die Entscheidungen der Federal Reserve beeinflussen, da sie ein Maß dafür bieten, wie erfolgreich die Fed ihr Mandat erfüllt, nämlich die Förderung von Vollbeschäftigung und einer Inflationsrate von 2 %. Ein relativ hoher NFP-Wert bedeutet, dass mehr Menschen beschäftigt sind, mehr Geld verdienen und wahrscheinlich mehr ausgeben. Ein niedriger Wert könnte darauf hindeuten, dass Menschen Schwierigkeiten haben, Arbeit zu finden. Die Fed erhöht in der Regel die Zinsen, um hohe Inflation zu bekämpfen, die durch niedrige Arbeitslosigkeit entsteht, und senkt sie, um einen stagnierenden Arbeitsmarkt anzukurbeln.
Die Nonfarm Payrolls (NFP) zeigen eine enge Korrelation mit dem US-Dollar. Höhere als erwartete Beschäftigungszahlen führen in der Regel zu einem Anstieg des Dollars, während schwächere Zahlen ihn unter Druck setzen. NFP-Daten beeinflussen den Dollar, da sie Hinweise auf Inflation, geldpolitische Entscheidungen und Zinserwartungen geben. Ein starker NFP-Bericht signalisiert, dass die Federal Reserve ihre straffe Geldpolitik fortsetzen könnte, was den Dollar stützt.
Die Nonfarm Payrolls (NFP) stehen häufig in einer umgekehrten Beziehung zum Goldpreis. Steigen die Beschäftigungszahlen stärker als erwartet, wirkt sich dies in der Regel negativ auf den Goldpreis aus. Das liegt daran, dass ein Anstieg der NFP häufig den US-Dollar stärkt, und da Gold in US-Dollar gehandelt wird, wird es teurer, weniger Dollar für den Kauf einer Unze Gold zu benötigen. Zusätzlich sinkt bei höheren Zinsen, die oft von steigenden NFP unterstützt werden, die Attraktivität von Gold als Anlage im Vergleich zu Bargeld, das Zinsen abwirft.
Die Nonfarm Payrolls sind nur ein Teil eines umfassenderen Arbeitsmarktberichts und können von anderen Faktoren in den Hintergrund gedrängt werden. Oft kommt es vor, dass der Markt höhere als erwartete NFP-Zahlen ignoriert, wenn die durchschnittlichen Wochenverdienste gleichzeitig enttäuschen. In solchen Fällen wird der potenziell inflationstreibende Effekt der Hauptzahlen durch den Rückgang der Verdienste als deflationäres Signal gewertet. Auch die Erwerbsquote und die durchschnittliche Wochenarbeitszeit können die Marktreaktion beeinflussen, allerdings nur in außergewöhnlichen Situationen wie der „Great Resignation“ oder der globalen Finanzkrise.