Das Paar NZD/USD steht am dritten Tag in Folge unter Verkaufsdruck und handelt während der asiatischen Sitzung am Dienstag im Bereich von 0,5865-0,5860. Die Kassakurse scheinen anfällig dafür, die Erholungsbewegung vom Vortag vom horizontalen Widerstand bei 0,5925, einem über zwei Wochen hohen Niveau, auszudehnen, da steigende geopolitische Spannungen den US-Dollar (USD) weiterhin stützen.
In den jüngsten Entwicklungen sagte US-Präsident Donald Trump am Montag gegenüber Fox News, dass der Iran von der Erdoberfläche ausgelöscht werde, falls er US-Schiffe angreife, die am Projekt Freedom beteiligt sind – einem Vorhaben zur Begleitung von Schiffen, die in der Straße von Hormus feststecken. Andernorts berichteten die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), dass ihre Luftabwehr auf Raketenangriffe und ankommende Drohnen aus dem Iran reagiert habe. Dies kommt zu dem Mangel an Fortschritten in den US-Iran-Friedensgesprächen hinzu und hält die geopolitischen Risiken aufrecht, was als Rückenwind für den sicheren Hafen USD gesehen wird und Druck auf das Paar NZD/USD ausübt.
Unterdessen führte die Konfrontation zwischen den USA und dem Iran zu einem Anstieg der Rohölpreise über Nacht, was inflationsbedingte Sorgen und Wetten auf weitere hawkische Zentralbanken, einschließlich der US-Notenbank (Fed), wiederbelebt. Der Ausblick unterstützt weiterhin die hohen Renditen von US-Staatsanleihen und stellt einen weiteren Faktor dar, der den Dollar begünstigt. Gleichzeitig könnten Erwartungen, dass die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) eine vorsichtige Haltung beibehält oder eine Straffung in Erwägung zieht, um die Inflation wieder auf den 2%-Mittelpunkt zu bringen, den neuseeländischen Dollar (NZD) stützen und Verluste für das Paar NZD/USD begrenzen.
Auch aus technischer Sicht bestätigen die jüngsten wiederholten Fehlschläge nahe der Angebotszone bei 0,5920-0,5925 den negativen Ausblick und deuten darauf hin, dass der Weg des geringsten Widerstands für die Kassakurse nach unten führt. Allerdings macht die Widerstandsfähigkeit der Vorwoche unter dem 200-Tage-Simple Moving Average (SMA) es ratsam, auf einen starken Anschlussverkauf zu warten, bevor man sich auf weitere Verluste positioniert. Händler richten nun ihren Blick auf die US-Makrodaten – ISM Services PMI, JOLTS Job Openings und New Home Sales. Dies, zusammen mit Reden von FOMC-Mitgliedern, könnte den USD und das Paar NZD/USD beeinflussen.
Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.