Das Paar USD/CAD handelt mit leichten Verlusten nahe 1,3685 während der frühen europäischen Sitzung am Freitag. Der US-Dollar (USD) schwächt sich gegenüber dem Kanadischen Dollar (CAD) angesichts schwächer als erwarteter US-Wirtschaftsdaten und einem Anstieg der Rohölpreise. Die vorläufige Lesung des Michigan Consumer Sentiment Index für Februar wird später am Freitag im Fokus stehen.
Die am Donnerstag veröffentlichten Daten zeigten, dass die Zahl der Amerikaner, die neue Anträge auf Arbeitslosenhilfe stellten, in der vergangenen Woche stärker als erwartet gestiegen ist. Unterdessen fielen die offenen Stellen in den USA im Dezember unerwartet auf den niedrigsten Stand seit 2020, und die Entlassungen stiegen. Unternehmen meldeten im Januar die meisten Stellenstreichungen seit der Großen Rezession 2009. Anzeichen einer Schwächung des US-Arbeitsmarktes könnten den Greenback gegenüber dem CAD nach unten ziehen.
Unterdessen könnten anhaltende geopolitische Risiken die Rohölpreise ankurbeln und dem rohstoffgebundenen Loonie Unterstützung bieten. Es ist erwähnenswert, dass Kanada ein bedeutendes Ölexportland ist und hohe Rohölpreise in der Regel einen positiven Einfluss auf den CAD haben.
Allerdings könnte das Abwärtspotenzial für das Paar angesichts hawkischer Veränderungen in den Erwartungen an die Führung der Federal Reserve (Fed) begrenzt sein. US-Präsident Donald Trump nominierte in der vergangenen Woche den ehemaligen Fed-Gouverneur Kevin Warsh als Fed-Vorsitzenden. Händler erwarten ein langsameres Tempo bei Zinssenkungen unter seiner Amtszeit und einen Fokus auf die Verringerung der Bilanzsumme der Fed.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.