Der 1-Billion-Dollar-Crash: Analysten sehen "strukturellen" Kollaps bei Bitcoin und Co.

Autor: Mitrade Team
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Der Absturz: Bitcoin bricht um 11 % ein und fällt unter 65.000 Dollar – der größte Rutsch seit dem "Leverage Flush" im Oktober.
Die Vernichtung: Seit Mitte Januar hat der Kryptomarkt über 1 Billion Dollar an Wert verloren (45 Mrd. Dollar pro Tag).
Die Diagnose: Analysten der "Kobeissi Letters" sprechen von einem strukturellen Problem und einem Teufelskreis aus Liquidationen und Panik.

Es ist ein Blutbad, wie es der Kryptomarkt seit Monaten nicht gesehen hat. Bitcoin (BTC) ist am Donnerstag unter die Marke von 65.000 US-Dollar gerauscht und verlor binnen 24 Stunden über 11 Prozent an Wert. Der Marktführer riss den gesamten Sektor mit in die Tiefe: Ethereum (-11 %), BNB (-10 %), XRP (-16 %) und Solana (-11 %) verzeichneten zweistellige Verluste.

Doch die nackten Zahlen erzählen nur die halbe Wahrheit. Dahinter verbirgt sich laut Experten eine gefährliche strukturelle Schieflage.

Die "strukturelle" Krise: Warum dieser Crash anders ist

Die Analysten von The Kobeissi Letters finden in ihrer aktuellen Bewertung drastische Worte. Sie bezeichnen den Absturz als "strukturell". Ihre These: Der Markt hat sich vom "Leverage Flush" am 10. Oktober nie wirklich erholt. Stattdessen befinde man sich in einem Teufelskreis (vicious cycle), in dem sich Zwangsliquidationen und eine verschlechterte Stimmung gegenseitig befeuern – ein toxisches Ping-Pong-Spiel, das losgelöst von den eigentlichen Fundamentaldaten stattfindet.

Ein alarmierendes Indiz dafür ist die Markttiefe: Diese liegt bei Bitcoin immer noch 30 Prozent unter dem Oktober-Hoch. Eine derart dünne Liquidität erinnert fatal an den FTX-Crash von 2022. Wenn in einem solch illiquiden Markt große Verkaufsorders eintreffen, gibt es keine Käufer, die den Preis stützen, was zu extremen Kurslücken ("Gaps") führt.

Die 10-Milliarden-Dollar-Rechnung

Die Folgen sind verheerend. Allein in den letzten 24 Stunden wurden Positionen im Wert von 2,09 Milliarden US-Dollar liquidiert. Die größte Einzelorder traf einen Bitcoin-Händler auf Binance mit über 12 Millionen Dollar. Weitet man den Blick, wird das Ausmaß der Zerstörung noch deutlicher: Seit dem 24. Januar summieren sich die Krypto-Liquidationen auf 10 Milliarden US-Dollar. Der Gesamtmarkt hat seit dem 14. Januar über 1 Billion US-Dollar an Kapitalisierung eingebüßt – das entspricht einem täglichen Wertverlust von 45 Milliarden Dollar.

Tech-Aktien als Brandbeschleuniger

Verschärft wird die Lage durch die Korrelation mit den Aktienmärkten. Auch der S&P 500 und der Nasdaq geben nach. Ein besonderer Schock kam von Amazon: Die Aktie stürzte nachbörslich um fast 11 Prozent ab, nachdem das Unternehmen massive Investitionsausgaben (CaPex) von rund 200 Milliarden Dollar für 2026 ankündigte. Die Analysten warnen: "Die Liquidations-Lücken im Krypto-Markt schwappen nun auf die Aktienmärkte über."

Wo ist der Boden?

Ist das Schlimmste überstanden? Laut Kobeissi Letters wohl noch nicht ganz, aber man sei "nah dran". Ein echter Boden bilde sich erst, wenn die strukturelle Liquidität zurückkehre. Dies erfordere jedoch eine vollständige "Kapitulation bei Preis und Hebelwirkung" (Leverage) sowie eine Stimmung der totalen Hoffnungslosigkeit bei den Bären.

Der heutige Absturz um rund 9.000 Dollar bei Bitcoin könnte durch die Liquidation eines großen institutionellen Investors ausgelöst worden sein – ein möglicher erster Schritt in Richtung dieser finalen Kapitulation.

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