USD/CHF setzt seine Erholung für die zweite aufeinanderfolgende Sitzung fort und notiert während der europäischen Handelsstunden am Dienstag bei etwa 0,7780. Das Paar wertet auf, da der US-Dollar (USD) an Boden gewinnt, während die Märkte vor der bevorstehenden geldpolitischen Entscheidung der Federal Reserve (Fed) am Mittwoch vorsichtig sind.
Der Aufwärtstrend des USD/CHF-Paares könnte eingeschränkt sein, da die Unsicherheit über einen US-Shutdown den Greenback belastet, während die Nachfrage nach sicheren Anlagen den Schweizer Franken (CHF) stützt. Der demokratische Senatorführer Chuck Schumer hat geschworen, ein Finanzpaket abzulehnen, das Mittel für das Ministerium für Innere Sicherheit umfasst, was den Kongress vor eine Frist am 30. Januar stellt, um einen Shutdown zu vermeiden.
Händler könnten auch vorsichtig werden, da Unsicherheit über die Federal Reserve (Fed) herrscht. US-Präsident Donald Trump sagte letzte Woche, er werde bald seinen Kandidaten zur Nachfolge von Fed-Vorsitzendem Jerome Powell bekannt geben, was Spekulationen anheizt, dass der nächste Vorsitzende schnellere Zinssenkungen bevorzugen könnte.
Das USD/CHF-Paar ist unter 0,7800 gefallen, was in Zürich Besorgnis auslöst, da der handelsgewichtete Schweizer Franken (CHF) sich neuen Rekordhöhen nähert. Analysten warnen, dass eine anhaltende Stärke des CHF die Schweizerische Nationalbank (SNB) dazu veranlassen könnte, negative Zinssätze erneut zu prüfen. Wichtiger Widerstand für USD/CHF wird bei 0,7800–0,7810 gesehen, so Chris Turner, Global Head of Markets und UK & CEE Research bei ING.
Der Schweizer Franken könnte Unterstützung finden, nachdem Goldman Sachs gesagt hat, dass er das effektivste globale FX-Hedging gegen Risiken der Unterordnung der Zentralbanken bleibt. Die Bank fügte hinzu, dass der CHF über seinen Status als sichere Anlage hinaus einzigartig widerstandsfähig gegenüber globalen Inflationsdruck ist.
Der Schweizer Franken gehört zu den am häufigsten gehandelten Währungen weltweit, obwohl die Schweizer Wirtschaft relativ klein ist. Der Wert der Währung wird stark durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) beeinflusst.
Der Schweizer Franken (CHF) gilt in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Die Stabilität der Schweizer Wirtschaft, große Zentralbankreserven und die politische Neutralität des Landes machen den Franken zu einer bevorzugten Anlagewährung in turbulenten Zeiten. Anleger flüchten in den Franken, wenn globale Risiken zunehmen.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tritt viermal im Jahr – einmal pro Quartal, seltener als andere bedeutende Zentralbanken – zusammen, um über ihre Geldpolitik zu entscheiden. Ihr erklärtes Ziel ist es, die jährliche Inflationsrate unter 2 % zu halten. Überschreitet die Inflation diese Marke oder wird erwartet, dass dies in naher Zukunft geschieht, greift die SNB ein und erhöht den Leitzins, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinssätze wirken sich in der Regel positiv auf den Schweizer Franken (CHF) aus, da sie die Renditen erhöhen und die Schweiz für Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Franken.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen spielen eine zentrale Rolle bei der Bewertung des Schweizer Franken (CHF). Obwohl die Schweizer Wirtschaft als stabil gilt, können plötzliche Veränderungen bei Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz oder Währungsreserven signifikante Auswirkungen auf den CHF haben. Starke Wirtschaftsdaten, niedrige Arbeitslosigkeit und ein hohes Verbrauchervertrauen stützen in der Regel den Franken. Umgekehrt könnte eine Abkühlung der Konjunktur eine Abwertung der Währung zur Folge haben.
Als kleine und offene Volkswirtschaft ist die Schweiz stark von der wirtschaftlichen Stabilität der Eurozone abhängig. Die erweiterte Europäische Union ist nicht nur der wichtigste Handelspartner der Schweiz, sondern auch ein bedeutender politischer Verbündeter. Eine stabile makroökonomische und geldpolitische Lage in der Eurozone ist daher von entscheidender Bedeutung für die Schweiz und den Schweizer Franken (CHF). Angesichts dieser engen Verflechtungen legen einige Modelle nahe, dass die Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung des Euro (EUR) und des Schweizer Franken mit über 90 % nahezu perfekt ist.