Das Paar NZD/USD springt am Freitag in der frühen asiatischen Sitzung auf etwa 0,5910, das höchste Niveau seit dem 17. September 2025. Der neuseeländische Dollar (NZD) stärkt sich gegenüber dem US-Dollar (USD) nach dem unerwartet hohen Inflationsbericht. Die Aufmerksamkeit wird sich auf die vorläufige Schätzung des US S&P Global Purchasing Managers Index (PMI) richten, die später am Freitag veröffentlicht wird.
Die am Freitag von Statistics New Zealand veröffentlichten Daten zeigten, dass der Verbraucherpreisindex (VPI) des Landes im vierten Quartal (Q4) 2025 um 3,1 % im Jahresvergleich gestiegen ist, verglichen mit einem Anstieg von 3,0 % im Q3. Diese Zahl fiel höher aus als die Prognose von 3,0 %. Gleichzeitig sank die vierteljährliche VPI-Inflation im Q4 auf 0,6 % von zuvor 1,0 %, blieb jedoch über dem Marktkonsens von 0,5 %.
Diese Zahlen übertrafen die Erwartungen der Ökonomen und lagen über dem Zielbereich der Reserve Bank of New Zealand (RBNZ), was den Kiwi gegenüber dem USD stärkte.
Andererseits könnten die positiven US-Wirtschaftsdaten dem Greenback etwas Unterstützung bieten und Gegenwind für das Paar erzeugen. Die US-Wirtschaft wuchs im Q3 um 4,4 %, etwas mehr als ursprünglich berichtet, gestützt durch stärkere Exporte und einen geringeren Rückgang bei den Beständen. Darüber hinaus lagen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der letzten Woche bei 200.000, unter dem Marktkonsens von 212.000. Die persönlichen Ausgaben stiegen im November in solidem Tempo und unterstreichen die Widerstandsfähigkeit der Verbraucher.
Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.