Das Währungspaar USD/CAD verzeichnet am Dienstag im frühen asiatischen Handel moderate Gewinne um 1,3835. Die Bedrohung eines neuen Handelskonflikts zwischen den USA und Europa könnte jedoch den Greenback gegenüber dem Kanadischen Dollar (CAD) belasten. Händler warten auf die Rede von US-Präsident Donald Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos, Schweiz, am Mittwoch, um neuen Schwung zu erhalten.
US-Präsident Donald Trump drohte, Zölle auf acht europäische Nationen zu erheben, die seine Pläne zur Kontrolle über Grönland ablehnen. Diese könnten auf 25% steigen, wenn bis zum 1. Juni keine Einigung erzielt wird. Die Führer der Europäischen Union werden am Donnerstag zu einem Notgipfel in Brüssel zusammenkommen. Die Drohungen des Weißen Hauses gegenüber Europa über die Zukunft Grönlands könnten den sogenannten "Sell-America"-Handel auslösen, was den US-Dollar (USD) insgesamt nach unten ziehen könnte.
"Wir sehen, dass der US-Dollar unter Druck steht, und offensichtlich profitiert der Kanadische Dollar von dieser Bewegung," sagte Rahim Madhavji, Präsident von KnightsbridgeFX.com. "Es sieht so aus, als wäre der Markt durch die Aktionen der US-Administration verunsichert."
Die jährliche Inflationsrate des Verbraucherpreisindex (VPI) in Kanada stieg im Dezember auf 2,4% von 2,2% im November, wie Statistics Canada am Montag berichtete. Auf monatlicher Basis fiel der VPI im Dezember um 0,2%, verglichen mit einem Anstieg von 0,1% in der vorherigen Erhebung. Unterdessen setzten die Kerninflationsmaße, die von der Bank of Canada (BoC) genau überwacht werden, ihre Mäßigung im Dezember fort.
Analysten erwarten weitgehend, dass die BoC den Zinssatz für die bevorstehende Entscheidung am 28. Januar stabil hält und möglicherweise bis in die meisten Teile des Jahres 2026 aufgrund eines gemischten wirtschaftlichen Bildes.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.