Adobe-Chef tritt nach 18 Jahren ab – Aktie rutscht nach Zahlen deutlich ab

Quelle Fxstreet

Adobe hat am Donnerstag angekündigt, dass sein langjähriger Vorstandschef Shantanu Narayen nach 18 Jahren an der Spitze des Unternehmens zurücktreten wird. Der Verwaltungsrat habe bereits die Suche nach einem Nachfolger eingeleitet.

Zugleich legte der Softwarekonzern Quartalszahlen vor, die sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn über den Erwartungen lagen. Auch der Ausblick für das laufende Quartal fiel überwiegend besser aus als von Analysten prognostiziert.

Die Aktie von Adobe verlor nachbörslich 8,2 Prozent.

Chef kündigt Rückzug an

Narayen gilt als langjähriger Adobe-Veteran. Er kam 1998 zum Unternehmen, wurde mehrfach befördert und übernahm schließlich im Dezember 2007 den Posten des Vorstandschefs. Zu seinen wichtigsten Entscheidungen gehörte es, die verschiedenen Softwareprodukte des Konzerns in ein cloudbasiertes Abo-Modell zu bündeln.

Während seiner Amtszeit stieg der Jahresumsatz von Adobe von 3,58 Milliarden auf 23,77 Milliarden US-Dollar.

"Über die kommenden Monate werde ich gemeinsam mit unserem leitenden Direktor Frank Calderoni und dem Verwaltungsrat meinen Nachfolger bestimmen und einen reibungslosen Übergang sicherstellen. Ich werde dem Unternehmen als Aufsichtsratsvorsitzender erhalten bleiben und den nächsten CEO unterstützen, so wie John und Chuck mich unterstützt haben, als ich diese Rolle übernommen habe", schrieb Narayen in einer E-Mail an die Mitarbeiter.

Während Narayens Zeit als Vorstandschef stieg der Aktienkurs von Adobe von 42,14 auf 269,78 US-Dollar. Zu beachten ist, dass das Unternehmen im Mai 2005 einen Aktiensplit im Verhältnis 2 zu 1 durchgeführt hatte.

"Wir sind von rund 3.000 auf mehr als 30.000 Beschäftigte gewachsen, haben Technologien entwickelt, die Milliarden Menschen erreichen – entweder als Nutzer unserer Produkte oder über die digitalen Erlebnisse, die unsere Kunden schaffen. Dadurch ist unser Umsatz von unter einer Milliarde auf über 25 Milliarden Dollar gestiegen", sagte Narayen.

Ausblick übertrifft Erwartungen weitgehend

Mit Blick auf die Geschäftszahlen verdiente Adobe im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 bereinigt 6,06 US-Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 6,40 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit einem Gewinn von 5,86 Dollar je Aktie bei Erlösen von 6,28 Milliarden Dollar gerechnet.

Der in San Jose im US-Bundesstaat Kalifornien ansässige Konzern ist vor allem für Softwareprodukte wie den Bildbearbeiter Photoshop und das Videoschnittprogramm Premiere Pro bekannt. Zugleich treibt Adobe den Ausbau seiner Aktivitäten im Bereich Künstliche Intelligenz voran, unter anderem mit Adobe Firefly, einer Reihe generativer KI-Werkzeuge für Bilder, Videos, Audio und Vektorgrafiken.

Der jährlich wiederkehrende Umsatz lag zum Quartalsende bei 26,06 Milliarden Dollar. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen beliefen sich auf 22,22 Milliarden Dollar.

Für das zweite Quartal des Geschäftsjahres erwartet Adobe einen bereinigten Gewinn von 5,80 bis 5,85 Dollar je Aktie bei einem Umsatz zwischen 6,43 und 6,48 Milliarden Dollar. Analysten rechnen bislang mit einem Gewinn von 5,70 Dollar je Aktie bei Erlösen von 6,43 Milliarden Dollar.

Die Zahlen des Unternehmens fallen in eine Phase, in der sich die Einschätzung der Investoren zu Künstlicher Intelligenz deutlich verändert hat. Während lange die Erwartung vorherrschte, dass KI nahezu allen Unternehmen zugutekommen werde, rückt inzwischen stärker in den Fokus, dass die Technologie klare Gewinner und Verlierer hervorbringen könnte. Gleichzeitig nehmen die Sorgen zu, dass KI etablierte Teilbereiche der Softwarebranche wie Software-as-a-Service unter Druck setzen könnte.

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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