Die Goldpreise sind am Freitag im asiatischen Handel gestiegen, steuern jedoch weiterhin auf die zweite Verlustwoche in Folge zu. Hintergrund sind zunehmende Sorgen über energiegetriebene Inflation infolge des Krieges zwischen den USA, Israel und dem Iran.
Unterstützung erhielt das Edelmetall am Freitag, nachdem der Anstieg von US-Dollar und Ölpreisen ins Stocken geraten war. Auslöser war unter anderem die Ankündigung der USA, weitere Ausnahmen für russisches Rohöl zu gewähren, um mögliche Versorgungsschocks durch Ausfälle aus dem Iran abzufedern.
Der Spotpreis für Gold stieg um 0,5 Prozent auf 5.108,36 US-Dollar je Unze. Die Gold-Futures gaben dagegen um 0,2 Prozent auf 5.110,82 Dollar je Unze nach.
Am Spotmarkt steuert Gold für die laufende Woche auf ein Minus von rund 1,1 Prozent zu. Es wäre die zweite Woche mit Verlusten in Folge.
Zwar profitierte das Edelmetall zeitweise von seiner Rolle als sicherer Hafen angesichts der zunehmenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Gleichzeitig wurden mögliche Kursgewinne jedoch durch wachsende Sorgen über hartnäckig hohe Inflation gebremst.
An den Märkten wächst die Befürchtung, dass der Krieg mit dem Iran die Ölpreise über einen längeren Zeitraum hoch halten könnte. Dies würde weltweit den Inflationsdruck verstärken und könnte große Zentralbanken zu einer restriktiveren Geldpolitik veranlassen.
Vor diesem Hintergrund preisen Investoren zunehmend ein, dass kurzfristige Zinssenkungen der US-Notenbank unwahrscheinlich sind. Die Federal Reserve dürfte ihre Leitzinsen bei der Sitzung in der kommenden Woche voraussichtlich unverändert lassen.
Seit Beginn des Iran-Krieges bewegt sich der Goldpreis weitgehend in einer Spanne zwischen 5.000 und 5.200 Dollar je Unze. Zwar liegt das Edelmetall im Jahresverlauf weiterhin im Plus, doch nach dem Rückgang vom Rekordhoch von fast 5.600 Dollar je Unze Ende Januar fällt es dem Markt schwer, wieder deutlich an Dynamik zu gewinnen.
Analysten der ANZ schrieben in einer Mitteilung, dass Gold zwar kurzfristig unter mehreren Belastungsfaktoren leide, das Edelmetall aber weiterhin „ein wichtiger Diversifikator für Portfolios bleibt und Schutz vor einer breiten Palette makroökonomischer und geopolitischer Unsicherheiten bietet“.
Auch andere Edelmetalle legten am Freitag zu, zeigten jedoch auf Wochensicht eine eher verhaltene Entwicklung. Silber verteuerte sich am Spotmarkt um 0,6 Prozent auf 84,22 Dollar je Unze, während Platin um 0,5 Prozent auf 2.143,12 Dollar je Unze zulegte.
Die Aufmerksamkeit der Anleger richtet sich nun auf den US-Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE), der weitere Hinweise zur Lage der größten Volkswirtschaft der Welt liefern soll.
Der PCE-Index gilt als bevorzugtes Inflationsmaß der US-Notenbank und dürfte daher eine wichtige Rolle für die Zinserwartungen spielen.
Allerdings beziehen sich die anstehenden Daten auf Januar und dürften mögliche energiebedingte Inflationsanstiege noch nicht widerspiegeln.
Die Veröffentlichung erfolgt nur wenige Tage vor der nächsten Sitzung der Federal Reserve, bei der allgemein mit unveränderten Leitzinsen gerechnet wird. Laut dem FedWatch-Tool der CME erwarten die Märkte derzeit, dass die Zinsen mindestens bis September unverändert bleiben.