Das Paar NZD/USD zieht während der asiatischen Handelsstunden am Freitag einige Käufer um 0,5750 an. Der Neuseeland-Dollar (NZD) legt gegenüber dem US-Dollar (USD) zu, da die nachlassenden Spannungen im Iran die risikobehafteten Währungen stärken. Später am Tag wird der US-Bericht zur Industrieproduktion für Dezember veröffentlicht. Außerdem wird die Gouverneurin der Federal Reserve (Fed), Michelle Bowman, voraussichtlich sprechen.
US-Präsident Donald Trump sagte am Donnerstag, dass ihm mitgeteilt wurde, dass die Tötungen bei Irans Vorgehen gegen Proteste anscheinend nachließen und es keinen unmittelbaren Plan für großangelegte Hinrichtungen gebe. Trump hat keine Optionen ausgeschlossen und erklärt, dass es „gravierende Konsequenzen“ geben werde, wenn die Tötungen anhalten. Sein milderer Ton gegenüber dem Iran könnte kurzfristig einige Unterstützung für risikobehaftete Währungen wie den Kiwi bieten.
Andererseits könnten steigende Erwartungen, dass die US-Notenbank die Zinssätze in den nächsten Monaten stabil halten wird, den Greenback stärken und dem Paar Gegenwind verleihen. Die US-Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung und die robusten Einzelhandelsumsätze, die in dieser Woche veröffentlicht wurden, haben die Händler dazu veranlasst, ihre Wetten auf die nächste Zinssenkung auf Juni zu verschieben.
Während die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) signalisiert hat, dass ihr Lockerungszyklus wahrscheinlich im letzten Jahr nach kumulierten 225 Basispunkten (Bp) von Zinssenkungen endete, deutet die Marktpreisgestaltung auf nahezu keine Chance für eine Zinserhöhung bei der Sitzung im Februar hin. Händler erwarten bis mindestens September nur eine geringe Wahrscheinlichkeit für eine Bewegung.
Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.