Der Goldpreis (XAU/USD) stürzt am Freitag in der frühen asiatischen Sitzung auf etwa 4.605 USD. Das Edelmetall gibt nach, da die Daten zu den US-Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe den US-Dollar stärken. Der US-Bericht zur Industrieproduktion für Dezember wird später am Freitag veröffentlicht. Außerdem ist eine Rede von der Gouverneurin der Federal Reserve (Fed), Michelle Bowman, geplant.
Die Zahl der Amerikaner, die neue Anträge auf Arbeitslosenhilfe stellen, ist in der Woche zum 10. Januar unerwartet auf 198.000 gesunken, wie das US-Arbeitsministerium (DOL) am Donnerstag mitteilte. Diese Zahl lag unter dem Marktkonsens von 215.000 und war niedriger als in der Vorwoche mit 207.000 (revidiert von 208.000).
"Die aktuellen Daten halten die Erwartungen gegenüber der Fed vielleicht für die erste Jahreshälfte in Schach, sodass der Dollar-Index auf einem Mehrwochenhoch ist und das derzeit einen gewissen Gegenwind für Gold bietet," sagte Peter Grant, Vizepräsident und leitender Metallstratege bei Zaner Metals.
Darüber hinaus untergraben die sich entspannenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran traditionelle sichere Anlagen wie Gold, da diese in Zeiten geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheit in der Regel gut abschneiden.
US-Präsident Donald Trump sagte am frühen Donnerstag, dass der Iran "keinen Plan für Hinrichtungen" habe, angesichts der Sorgen um das Schicksal eines festgenommenen regierungsfeindlichen Protestierenden. Dennoch hat Trump keine Optionen ausgeschlossen und erklärt, dass es "gravierende Konsequenzen" geben wird, wenn die Tötungen fortgesetzt werden.
Händler werden die neuesten geopolitischen Entwicklungen rund um die iranischen Unruhen genau beobachten. Jegliche Anzeichen einer Eskalation der Spannungen könnten den Goldpreis kurzfristig ansteigen lassen.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.