Die Energiemärkte reagierten heftig auf einen Rückgang der Spannungen zwischen den USA und dem Iran, wobei Brent-Rohöl um 5 % fiel, was die Vorsicht der Anleger angesichts geopolitischer Schwankungen unterstreicht. Während die Fed weiterhin keine Eile hat, die Zinsen zu senken, gewinnt die breitere Debatte über die Entdollarisierung an Dynamik, insbesondere da die Daten des US-Finanzministeriums möglicherweise Anpassungen ausländischer Portfolios zeigen, wie Chris Turner, Devisenanalyst bei ING, feststellt.
„Die hektischen geopolitischen Entwicklungen zu Beginn des Jahres 2026 wirken sich vor allem auf den Energiemarkt aus. Die jüngste Schwankung war ein Rückgang des Brent-Rohölpreises um 5 % gestern Abend, als Präsident Trump offenbar von einer unmittelbar bevorstehenden Militäraktion im Iran Abstand nahm. Diese Schwankungen machen deutlich, dass die Anleger aus Angst vor einer Kehrtwende in der Politik weiterhin zögern, neuen Themen aus Washington nachzugehen. Das ist wahrscheinlich der Grund, warum der Dollar und US-Staatsanleihen trotz der rechtlichen Ermittlungen gegen Fed-Chef Powell nicht verkauft wurden.“
„Letztendlich glauben wir jedoch, dass dieser Angriff auf die Fed die Argumente für eine Entdollarisierung verstärken wird. Zu diesem Thema werden heute Abend die TIC-Daten des US-Finanzministeriums für November veröffentlicht. Ausländer haben nur im April letzten Jahres US-Portfolioanlagen netto verkauft, und der 10-prozentige Dollar-Ausverkauf im letzten Jahr war eine Folge von Hedge-Anpassungen und nicht von direkten Verkäufen von Vermögenswerten. Dennoch wollen wir sehen, was der offizielle Sektor mit seinen Treasury-Beständen macht, wo China in vier der letzten sechs Berichtsmonate seine Bestände reduziert hat.“
Die gestern Abend veröffentlichte Beige Book der Fed deutet darauf hin, dass die Zentralbank keine Eile mit Zinssenkungen haben wird. In acht der zwölf Fed-Distrikte war die Konjunktur stabil bis steigend, und es gab keine Anzeichen für eine Verschlechterung auf den Arbeitsmärkten. Nachdem die Erwartungen einer Lockerung der Fed-Politik in diesem Jahr zunächst auf eine Zinssenkung im Juni und dann im Dezember zurückgeschoben wurden, könnte der nächste Schritt auf dem Zinsmarkt darin bestehen, die zweite Zinssenkung der Fed in diesem Jahr aus den Kursen herauszurechnen – was positiv für den Dollar wäre.