Der japanische Yen (JPY) ist gegenüber dem US-Dollar (USD) um 0,5 Prozent gefallen und hat damit alle anderen G10-Währungen klar hinter sich gelassen. Auslöser sind Spekulationen über mögliche Neuwahlen durch Premierministerin Takaichi, die neue Verkaufswellen ausgelöst und das Währungspaar USD/JPY in Richtung Niveaus gedrückt haben, die zuletzt Anfang 2025 erreicht worden waren, berichten die Chef-Devisenstrategen der Scotiabank, Shaun Osborne und Eric Theoret.
„Der Yen ist schwach, mit einem Minus von 0,5 Prozent gegenüber dem US-Dollar, und ist der klare Schlusslichtwert unter den G10-Währungen. Der jüngste bärische Ausbruch hat sich deutlich fortgesetzt, wobei Marken unterschritten wurden, die zuletzt Anfang 2025 erreicht worden waren. Damit fiel der Yen auf Niveaus, die seit Juli 2024 nicht mehr gesehen wurden. Die innenpolitischen Entwicklungen wirken belastend, da Marktteilnehmer eine Rückkehr politischer Unsicherheit bewerten – ausgelöst durch Berichte über Pläne von Premierministerin Takaichi, vorgezogene Neuwahlen auszurufen.“
„Die hohen Zustimmungswerte der Premierministerin scheinen diese Entscheidung zu begünstigen, da sie ihr Mandat festigen und eine Alleinmehrheit für ihre Partei sichern will. Takaichi gilt als fiskal- und geldpolitische Taube, und die Renditen japanischer Staatsanleihen sind als Reaktion auf diese jüngsten Entwicklungen deutlich gestiegen.“
„Die einseitige Dynamik des jüngsten Ausverkaufs beim Yen ist durchaus besorgniserregend und könnte verbale Interventionen des Finanzministeriums nach sich ziehen. Japans Finanzminister Katayama soll bereits mit US-Finanzminister Bessent gesprochen haben. Für USD/JPY rückt nun die psychologisch wichtige Marke von 160 in den Fokus sowie das Hoch aus dem Juli 2024 knapp unterhalb von 162.“