Der Goldpreis verliert am Freitag etwa 0,70%. Es scheint, dass er die Woche mit Verlusten von mehr als 2% beenden wird, da der Greenback inmitten des Konflikts im Nahen Osten als sichere Wahl bleibt, was die Angst der Anleger vor einer Wiederbeschleunigung der Inflation erhöht hat. Auch eine schwächer als erwartete Lesung der US-Wachstumsdaten erhöhte die Chancen auf eine Zinssenkung im Jahr 226.
Der XAU/USD handelt bei 5.032 USD, nachdem er ein Tageshoch von 5.128 USD erreicht hat. Der US-Dollar-Index (DXY), der die Leistung der amerikanischen Währung gegenüber anderen Währungen verfolgt, ist um 0,70% auf 100,43 gestiegen, was einen Gegenwind für die Edelmetallpreise darstellt.
Die Wachstumsdaten aus den USA zeigen eine anhaltende wirtschaftliche Verlangsamung in der zweiten Hälfte von 2025. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) für Q4 2025 wurde in der zweiten Schätzung von 1,4% auf 0,7% im Jahresvergleich gesenkt, so das US-Handelsministerium.
Gleichzeitig blieb der Kernpreisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE), der bevorzugte Inflationsindikator der Federal Reserve, im Januar bei 3,1% im Jahresvergleich stabil, unverändert gegenüber dem vorherigen Wert, während die Hauptzahl leicht von 2,9% auf 2,8% im Jahresvergleich fiel.
Angesichts des Hintergrunds droht ein stagflationäres Szenario. Die Ratingagentur Standard & Poor's warnte, dass der Krieg im Iran dauerhafte Angebotsengpässe verursachen könnte, was zu einem niedrigeren US-BIP-Wachstum und höherer Inflation führen würde.
Die Renditen von US-Staatsanleihen steigen ebenfalls, was auf den Edelmetallsektor drückt. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe steigt um fast 2,5 Basispunkte auf 4,286%.
Händler an den Geldmärkten haben eine weniger dovishe Fed eingepreist; sie erwarten 20 Basispunkte an Erleichterungen, so die Daten der Chicago Board of Trade (CBOT).
Die Spekulation über US-Preiserhöhungen wird durch den anhaltenden Konflikt im Nahen Osten angeheizt, nachdem die WTI-Preise ein Jahreshoch von 113,00 USD erreicht haben. Der Benzinpreis an der Tankstelle ist seit Beginn des Konflikts vor zwei Wochen um mehr als 20% gestiegen und hat einen Höchststand von 3,60 USD pro Gallone erreicht.
Präsident Donald Trump sagte, die USA würden nächste Woche starke Maßnahmen gegen den Iran ergreifen, nachdem eine 30-tägige Ausnahmegenehmigung für den Kauf von sanktioniertem russischem Öl erteilt wurde.
Händler werden voraussichtlich am Wochenende den geopolitischen Ereignissen besondere Aufmerksamkeit schenken und dann ihren Fokus auf das Treffen der Federal Reserve am 17.-18. März verlagern. Darüber hinaus werden sie die Industrieproduktion, Wohnungsstatistiken, den Produzentenpreisindex (PPI) und Beschäftigungsdaten überwachen.
Das technische Bild von Gold hat sich kurzfristig bärisch gewendet, da XAU/USD bereit ist, unter 5.000 USD zu fallen, was einen Test des 50-Tage-Simple Moving Average (SMA) bei 4.925 USD unterstützen könnte.
Das Momentum hat sich bärisch verschoben, wie der Relative Strength Index (RSI) zeigt, der unter sein neutrales Niveau von 50 gefallen ist.
Das wahrscheinlichste Szenario ist demnach nach unten. Unter dem 50-Tage-SMA liegt das Tief vom 17. Februar bei 4.841 USD, gefolgt vom Tages-Tief vom 6. Februar bei 4.655 USD. Umgekehrt wäre der erste Interessensbereich für XAU/USD auf der Oberseite der Bereich von 5.050 USD, gefolgt von 5.100 USD. Als nächstes liegt der nächste wichtige Widerstand bei dem Hoch des Monats März bei 5.238 USD.

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.