Der Schweizer Franken (CHF) handelt am Donnerstag leicht höher gegenüber dem US-Dollar (USD), während die Märkte die festen wöchentlichen US-Arbeitsmarktdaten gegen einen moderaten Anstieg der Schweizer Inflation abwägen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts handelt USD/CHF bei etwa 0,7991 und schwebt nahe seinem höchsten Stand seit dem 11. Dezember.
Die vom US-Arbeitsministerium veröffentlichten Daten zeigten, dass die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in der Woche bis zum 3. Januar moderat auf 208.000 gestiegen sind, was leicht unter den Markterwartungen von 210.000 liegt und gegenüber der revidierten Zahl von 200.000 in der Vorwoche gestiegen ist.
Der US-Dollar erhält zusätzliche Unterstützung, nachdem Daten des Bureau of Economic Analysis und des US Census Bureau zeigten, dass das Handelsdefizit bei Waren und Dienstleistungen im Oktober stark auf 29,4 Milliarden USD gesenkt wurde, was die Prognosen von 58,9 Milliarden USD unterschreitet und sich erheblich von dem revidierten Defizit von 48,1 Milliarden USD im Vormonat verbessert hat.
In der Schweiz zeigten die vom Schweizer Bundesamt für Statistik veröffentlichten Zahlen, dass die Inflation zum Jahresende stabil blieb. Der Verbraucherpreisindex (VPI) blieb im Dezember unverändert, nachdem er im November um 0,2% gefallen war. Die jährliche Inflation stieg von 0,0% auf 0,1% und entsprach damit den Prognosen.
Die Zahlen verstärkten die Erwartungen, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) die Zinssätze in den kommenden Monaten unverändert lassen wird, während die Bedenken über eine mögliche Rückkehr zu negativen Zinssätzen gemildert wurden.
Aus technischer Sicht wird die Aussicht für USD/CHF konstruktiver, da sich das Momentum verbessert, während der tägliche Relative Strength Index (RSI) wieder über die 50-Marke klettert, nachdem er kürzlich mit dem überverkauften Bereich flirtete.
In der Zwischenzeit steht die MACD-Linie über der Signallinie, mit einem positiven Histogramm, das sich in der Nähe der Nulllinie verbreitert, was auf ein sich verstärkendes bullishes Momentum hindeutet.
Dennoch bleibt das Paar innerhalb eines breiteren Konsolidierungsbereichs gefangen, nahe seiner niedrigsten Niveaus seit 2011, die seit August 2025 weitgehend den Preisverlauf geleitet haben.
Auf dem Tageschart testen die Preise derzeit den 100-Tage-Simple Moving Average (SMA) bei etwa 0,7984. Ein klarer Durchbruch über dieses Niveau würde den bullischen Druck verstärken und die Tür zum 200-Tage-SMA bei etwa 0,8070 öffnen, der nahe der oberen Grenze des breiteren Konsolidierungsbereichs liegt.
Auf der Abwärtsseite könnte ein Scheitern, den 100-Tage-SMA zu überwinden, die jüngste Erholung stoppen und USD/CHF einem erneuten Abwärtsdruck aussetzen, wobei das untere Ende des Bereichs bei etwa 0,7850 als nächste wichtige Unterstützung fungiert.
Der Schweizer Franken gehört zu den am häufigsten gehandelten Währungen weltweit, obwohl die Schweizer Wirtschaft relativ klein ist. Der Wert der Währung wird stark durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) beeinflusst.
Der Schweizer Franken (CHF) gilt in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Die Stabilität der Schweizer Wirtschaft, große Zentralbankreserven und die politische Neutralität des Landes machen den Franken zu einer bevorzugten Anlagewährung in turbulenten Zeiten. Anleger flüchten in den Franken, wenn globale Risiken zunehmen.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tritt viermal im Jahr – einmal pro Quartal, seltener als andere bedeutende Zentralbanken – zusammen, um über ihre Geldpolitik zu entscheiden. Ihr erklärtes Ziel ist es, die jährliche Inflationsrate unter 2 % zu halten. Überschreitet die Inflation diese Marke oder wird erwartet, dass dies in naher Zukunft geschieht, greift die SNB ein und erhöht den Leitzins, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinssätze wirken sich in der Regel positiv auf den Schweizer Franken (CHF) aus, da sie die Renditen erhöhen und die Schweiz für Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Franken.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen spielen eine zentrale Rolle bei der Bewertung des Schweizer Franken (CHF). Obwohl die Schweizer Wirtschaft als stabil gilt, können plötzliche Veränderungen bei Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz oder Währungsreserven signifikante Auswirkungen auf den CHF haben. Starke Wirtschaftsdaten, niedrige Arbeitslosigkeit und ein hohes Verbrauchervertrauen stützen in der Regel den Franken. Umgekehrt könnte eine Abkühlung der Konjunktur eine Abwertung der Währung zur Folge haben.
Als kleine und offene Volkswirtschaft ist die Schweiz stark von der wirtschaftlichen Stabilität der Eurozone abhängig. Die erweiterte Europäische Union ist nicht nur der wichtigste Handelspartner der Schweiz, sondern auch ein bedeutender politischer Verbündeter. Eine stabile makroökonomische und geldpolitische Lage in der Eurozone ist daher von entscheidender Bedeutung für die Schweiz und den Schweizer Franken (CHF). Angesichts dieser engen Verflechtungen legen einige Modelle nahe, dass die Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung des Euro (EUR) und des Schweizer Franken mit über 90 % nahezu perfekt ist.