TradingKey – Laut der südkoreanischen Zeitung Hankyoreh vom 21. August prüft SK Hynix (SKHY) Pläne für Investitionen in den Bau einer Speicherchip-Fabrik in Japan, wobei die Präfektur Miyagi im Nordosten Japans als möglicher Standort gilt.
Angetrieben von dieser Nachricht stiegen die Aktien von SK Hynix am Freitag im Tagesverlauf um über 4,5 % auf 1.768.000 Won und entwickelten sich damit deutlich besser als der südkoreanische Leitindex KOSPI, der im selben Zeitraum um 0,9 % zulegte.

Quelle: TradingView
Dem Bericht zufolge besuchte Chey Tae-won, der Vorstandsvorsitzende der SK Group, vor Kurzem die Präfektur Miyagi persönlich zu einer Besichtigung. Neben Kyushu und Hokkaido ist Miyagi von der japanischen Regierung derzeit als Schlüsselregion für die Förderung der Halbleiterindustrie ausgewiesen.
SK Hynix erklärte hierzu, dass jeder Standort, der die infrastrukturellen Voraussetzungen für die Produktion erfülle, als potenzieller Kandidat infrage komme, das Unternehmen jedoch noch keine endgültige Entscheidung getroffen habe.
Aus Sicht der industriellen Ausrichtung wirkt das Japan-Projekt eher wie eine Ergänzung zur globalen Kapazitätserweiterungsstrategie von SK Hynix. In den letzten Jahren hat das Unternehmen seine Investitionen in die heimische Halbleiterindustrie Südkoreas kontinuierlich gesteigert, wobei auf die Cluster in Yongin und Honam Großinvestitionen entfallen.
Die Überlegung bezüglich einer neuen Produktionsbasis in Japan dient dazu, die Kapazitätsverteilung im Ausland weiter zu diversifizieren. Da die KI-Branche rasch wächst und die Nachfrage nach High Bandwidth Memory (HBM) sowie anderen Speicherprodukten weiter steigt, hat sich das Verhältnis von Angebot und Nachfrage auf dem globalen Speicherchipmarkt angespannt. Die frühzeitige Sicherung zusätzlicher Kapazitäten wird daher für die Hersteller zu einer entscheidenden Wettbewerbsstrategie.
Sollte das Miyagi-Projekt letztlich genehmigt und realisiert werden, wird SK Hynix nach Micron Technology (MU) und TSMC (TSM) zu einem weiteren ausländischen Unternehmen mit Halbleiterfertigungsstätten in Japan. Im Gegensatz dazu ist der derzeitige Standort von Samsung Electronics im japanischen Yokohama in erster Linie ein Forschungs- und Entwicklungszentrum für Halbleiter-Packaging der nächsten Generation und keine Wafer-Fabrikationsbasis.
Allerdings stehen die Optionen von SK Hynix zur Kapazitätserweiterung im Ausland vor einem komplexeren externen Umfeld. Die USA haben südkoreanische Halbleiterunternehmen in den letzten Jahren dazu gedrängt, ihre Investitionen und Produktionskapazitäten in den Vereinigten Staaten auszubauen. Sollte das Japan-Projekt parallel zu den Expansionsplänen in den USA voranschreiten, wird das Unternehmen künftig Investitionsausgaben, Lieferkettensicherheit und Marktnachfrage über die verschiedenen Regionen hinweg neu austarieren müssen.
Zudem könnte eine Großinvestition von SK Hynix in Japan angesichts des stark strategischen Charakters der Halbleiterindustrie in Südkorea inländische Debatten über eine Deindustrialisierung, Beschäftigungseffekte und die nationale industrielle Wettbewerbsfähigkeit auslösen.
Derzeit macht der Bericht keine Angaben zum genauen Investitionsvolumen, dem Zeitplan für den Bau oder dem voraussichtlichen Produktionsstart des Projekts, noch wurde bestätigt, dass der Verwaltungsrat von SK Hynix den Plan offiziell genehmigt hat.