TradingKey – Am 6. August (Eastern Time) gaben die drei wichtigsten US-Aktienindizes geschlossen nach. Bei Redaktionsschluss fiel der Dow Jones Industrial Average um 0,57 % auf 54.037,33 Punkte; der Nasdaq Composite Index sank um 0,12 % auf 26.332,09 Punkte; der S&P 500 Index verlor 0,16 % auf 7.710,84 Punkte. Vor der Veröffentlichung wichtiger Arbeitsmarktdaten hielten sich die Marktteilnehmer mit größeren Einsätzen zurück. Zudem trieben die durch steigende Ölpreise angefachten Inflationssorgen die Anleiherenditen nach oben.

Quelle: FutuBull
Der Fokus des Marktes hat sich auf den am Freitag anstehenden Bericht zu den Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft (Non-Farm Payrolls) für Juli verlagert. Der Markt erwartet, dass in den USA im Juli rund 83.000 Stellen neu geschaffen wurden, während die Arbeitslosenquote bei 4,2 % verharren dürfte. Obwohl sich das Beschäftigungswachstum deutlich verlangsamt hat, sind Entlassungen nach wie vor selten. Der Arbeitsmarkt weist weiterhin ein Muster von „wenig Einstellungen, wenig Entlassungen“ auf und zeigt noch keine klaren Anzeichen einer Verschlechterung.
Analysten glauben, dass die Non-Farm-Payrolls-Daten eine polarisierende Reaktion auslösen könnten: Sollten die Beschäftigungsdaten zum zweiten Mal in Folge schwach ausfallen, würde dies die Erwartungen des Marktes auf eine Lockerung der Geldpolitik verstärken. Fallen die Daten hingegen stark aus, könnte dies bedeuten, dass die Entwicklung im Juni lediglich eine Anomalie war, was Investoren dazu veranlassen dürfte, die Möglichkeit einer vorzeitigen Zinserhöhung durch die Fed einzupreisen.
Clark Bellin von Bellwether Wealth erklärte, der Aktienmarkt sei in der vergangenen Woche rasant gestiegen, und die aktuellen Daten dürften weder zu heiß noch zu kalt ausfallen, damit sich der Aufwärtstrend am Markt fortsetze.
Fed-Gouverneur Kevin Warsh beschrieb den Arbeitsmarkt zuvor als „stabil“. Die meisten Ökonomen sind der Ansicht, dass die Bedeutung dieses Berichts eher darin liegt, das Tempo der wirtschaftlichen Abkühlung zu bestätigen, als die Richtung der Geldpolitik unmittelbar zu ändern. Im Vergleich zu den Arbeitsmarktdaten bleibt der Inflationstrend eine entscheidende Variable, die die Geldpolitik beeinflusst.
Während sich der Markt in Abwartestellung befindet, hält Michael Burry – das reale Vorbild für den Film „The Big Short“ – weiterhin an seiner bärischen Haltung fest. Er warnte, dass der Anstieg der US-Aktien und der Rückgang der Volatilität einen sich selbst verstärkenden Kreislauf bilden könnten, der systematische Fonds dazu verleitet, ihr Risikoengagement zu erhöhen. Er schloss das Risiko nicht aus, dass sich der Markt einem bedeutenden Höchststand nähert und einen drastischen Einbruch ähnlich wie im Jahr 1987 erlebt.
Burry gab an, dass er weiterhin Short-Positionen in SOXX, Micron ( MU ), Nvidia ( NVDA ), Caterpillar ( CAT ), Palantir ( PLTR ), Tesla ( TSLA) und Applied Materials ( AMAT ) hält.
Während sich die Lage im Nahen Osten weiterentwickelt und Unsicherheiten bei den Ölpreisen sowie den Arbeitsmarktdaten fortbestehen, warten Investoren auf weitere wirtschaftliche Signale. Die kurzfristige Richtung des Marktes wird davon abhängen, ob die Widerstandsfähigkeit des Arbeitsmarktes ein neues Gleichgewicht mit dem Inflationsdruck herstellen kann.