West Texas Intermediate (WTI)-Öl erholt sich am Donnerstag, da Händler auf Einzelheiten des vorgeschlagenen Iran-Oman-Abkommens über die Straße von Hormus reagieren. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert WTI bei rund 76,50 USD pro Barrel, was einem Plus von fast 2,80 % gegenüber dem Vortag entspricht.
Hoffnungen auf eine Einigung hatten die Ölpreise bereits zu Wochenbeginn gedrückt, doch die neuesten Details deuten darauf hin, dass eine vollständige Erholung der Ölflüsse durch die Meerenge auf absehbare Zeit unwahrscheinlich ist, was Händler dazu veranlasst, einen Teil des geopolitischen Risikos wieder in den Markt einzupreisen.
Nach Angaben der halbamtlichen iranischen Nachrichtenagentur Fars prüft ein parlamentarischer Ausschuss in Iran einen Gesetzentwurf, der US-amerikanischen, israelischen und anderen feindlichen Schiffen die Durchfahrt durch die Meerenge verbieten würde.
Der Gesetzentwurf sieht bei Verstößen Geldstrafen von bis zu 20 % des Warenwerts eines Schiffes vor. Iran sagt außerdem, dass Länder und Einzelpersonen, denen vorgeworfen wird, dem Land Schaden zugefügt zu haben, erst dann die Durchfahrt gewährt wird, wenn eine Entschädigung gezahlt wurde.
Fars berichtete zudem, dass der vorgeschlagene Iran-Oman-Rahmen Schiffe, die in die Meerenge einlaufen, über eine nördliche Route nahe Iran leiten würde, während auslaufende Schiffe eine südliche Route nahe Oman nutzen würden.
Die Details unterstreichen Irans Bestreben nach einer stärkeren Kontrolle über die Wasserstraße. Teheran hat wiederholt erklärt, dass die Meerenge nicht mehr so funktionieren werde wie vor dem Krieg, während Washington auf einer gebührenfreien Durchfahrt besteht und betont, dass Hormus eine internationale Wasserstraße ist.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.