TradingKey - AMD-Prognose bleibt hinter den höchsten Erwartungen zurück und löst einen Kurseinbruch von 9 % aus; kurzfristiger Abwärtsdruck dürfte anhalten.
Am 5. August (Ortszeit der US-Ostküste) verzeichnete Advanced Micro Devices ( AMD) einen vorbörslichen Kurseinbruch von fast 9 %, wobei die Aktie die psychologisch wichtige Marke von 500 US-Dollar verlor und in einer klassischen „Sell the News“-Reaktion bei rund 474,51 US-Dollar gehandelt wurde. Dieser Rückgang des AMD-Aktienkurses ist nicht auf eine Verschlechterung der Fundamentaldaten zurückzuführen. Vielmehr ist der Hauptauslöser die hoch gesteckte Erwartungshaltung, während tiefer liegende Gründe in der Abkühlung des Halbleitersektors und Bedenken hinsichtlich des ROI von KI liegen.
AMD legte hervorragende Finanzergebnisse für das zweite Quartal vor, wobei sowohl der Umsatz als auch der Gewinn je Aktie die Markterwartungen übertrafen. Die Prognose blieb jedoch hinter den optimistischsten Erwartungen von 14 Milliarden US-Dollar zurück, wie unten dargestellt:
Finanzkennzahlen | Offizielle AMD-Daten | Markterwartungen |
Gesamtumsatz | 11,54 Milliarden US-Dollar | 11,42 Milliarden US-Dollar |
Bereinigter Gewinn je Aktie (EPS) | 1,66 US-Dollar | 1,58 US-Dollar |
Mittelwert der Umsatzprognose für das 3. Quartal | 13,0 Milliarden US-Dollar | 12,85 Milliarden US-Dollar |
Vor der Bekanntgabe der Ergebnisse hatte die AMD-Aktie eine kräftige Erholung verzeichnet, dabei die 500-Dollar-Marke durchbrochen und ihren jüngsten Kursrückgang von 26 % auf rund 10 % eingegrenzt. Nach der offiziellen Veröffentlichung des über den Erwartungen liegenden Quartalsberichts – insbesondere da die Prognose die optimistischsten Schätzungen nicht ganz erreichte – setzte jedoch Verkaufsdruck durch Gewinnmitnahmen der Bullen ein.
Während die AMD-Zahlen den Ausverkauf auslösten, sollten zwei weitere Einflussfaktoren nicht außer Acht gelassen werden: die abkühlende Stimmung im Halbleitersektor und Bedenken hinsichtlich des ROI von KI. Der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) verzeichnete jüngst eine scharfe Korrektur mit einem maximalen Rückgang von rund 30 %. Beeinflusst durch die Volatilität im Speichersegment und das makroökonomische Umfeld sind die Bewertungsmultiples von Chip-Aktien insgesamt unter Druck geraten. Darüber hinaus nimmt die Wall Street die tatsächliche Monetarisierungsfähigkeit der massiven KI-Investitionen großer Cloud-Dienstleister ganz genau unter die Lupe, was den Markt hinsichtlich des Tempos bei der Beschaffung von KI-Chips vorsichtiger werden lässt.
Derzeit hat der AMD-Aktienkurs die psychologische Marke von 500 US-Dollar verloren und ist unter die leichte Unterstützungslinie von 490 US-Dollar (0,236-Fibonacci-Retracement) gefallen. Die nächste Verteidigungslinie liegt bei 430 US-Dollar, was als primäre Kaufunterstützung dient und den Tiefpunkt des Rückschlags vom jüngsten Allzeithoch darstellt. In dieser Zone hat sich ein hohes Volumen an Kaufinteresse für Kursrückgänge angesammelt, was eine starke Unterstützung bietet.
AMD-Aktienchart, Quelle: TradingView
Der kräftige Rückgang von AMD stellt diesmal keine Verschlechterung der Fundamentaldaten dar, sondern spiegelt vielmehr die pessimistische Stimmung des Marktes gegenüber dem breiteren Sektor wider. Daher sollten Anleger es vermeiden, blindlings Höchstständen hinterherzujagen oder sofort bei der Erholung einzusteigen. Stattdessen können sie abwarten, bis der Aktienkurs in der Unterstützungszone von 460 bis 480 US-Dollar Anzeichen einer Stabilisierung bei sinkendem Volumen zeigt und mit einer positiven Tageskerze schließt, bevor sie erste Testpositionen eingehen.