Der Australische Dollar (AUD) notiert während der europäischen Handelssitzung am Mittwoch gegenüber dem US-Dollar (USD) unverändert bei rund 0,7050. Dem Aussie-Paar fehlt es an einer klaren Richtung, da die Anleger auf die Daten zur Veränderung der Beschäftigung in den Vereinigten Staaten (USA) für Juli warten, die um 12:15 GMT veröffentlicht werden.
Bei Redaktionsschluss notiert der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber sechs wichtigen Währungen abbildet, leicht niedriger bei rund 99,80.
Die Agentur dürfte einen neuen Stellenaufbau im privaten Sektor von 70.000 melden, nach 98.000 im Juni.
Die Anleger werden der Beschäftigung im privaten Sektor besondere Aufmerksamkeit schenken, da sie die Markterwartungen für den geldpolitischen Ausblick der Federal Reserve (Fed) beeinflussen wird. Die Abhängigkeit der Zinserwartungen der Fed von den Wirtschaftsdaten hat zugenommen, da die Zentralbank datenabhängig geworden ist und keine sogenannte „Forward Guidance“ mehr gibt.
In der Sitzung am Mittwoch werden sich die Anleger außerdem auf die Daten zum ISM-EMI für den Dienstleistungssektor im Juli konzentrieren, die um 14:00 GMT veröffentlicht werden. Es wird erwartet, dass der EMI für den Dienstleistungssektor auf 54,5 steigt, nach 54,0 im Juni.
In dieser Woche wird der wichtigste Impuls für den US-Dollar die Veröffentlichung der Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft (NFP) für Juli sein, die für Freitag angesetzt ist.
Auf der Aussie-Seite dürften die Markterwartungen für die geldpolitische Entscheidung der Reserve Bank of Australia (RBA) am 11. August der wichtigste Treiber für den Antipoden bleiben.
Analysten der Deutschen Bank heben hervor, dass die jüngsten Inflationsdaten den Druck auf die RBA verringert haben, die Geldpolitik weiter zu straffen, und weisen darauf hin, dass die jährliche Kerninflation „von +3,5% auf +3,6% gestiegen ist, aber unter der Konsensschätzung von +3,7% blieb, was die Dringlichkeit weiterer Zinserhöhungen verringert, nachdem die RBA die Zinsen in diesem Jahr bereits dreimal angehoben hat.“ Sie sind der Ansicht, dass dieser schwächer als erwartete Kernwert die Neubewertung des Marktes hinsichtlich der Notwendigkeit einer weiteren kurzfristigen geldpolitischen Straffung untermauert und damit den Gegenwind für den Aussie verstärkt.
Die ADP-Beschäftigungsänderung ist ein monatlicher Indikator zur Entwicklung der Beschäftigung im privaten Sektor der USA. Sie wird vom Unternehmen Automatic Data Processing Inc. (ADP) veröffentlicht, einem der größten Anbieter von Lohn- und Gehaltsabrechnungen in den Vereinigten Staaten. Der Bericht misst die Veränderung der Anzahl privat Beschäftigter im Vergleich zum Vormonat und wird häufig als Frühindikator für die offiziellen Nonfarm Payrolls betrachtet, obwohl die Korrelation nicht immer stabil ist. Ein Anstieg der ADP-Zahl deutet auf eine Zunahme der Beschäftigung im privaten Sektor hin, was tendenziell positiv für die Konsumausgaben und damit für das Wirtschaftswachstum ist. Entsprechend wird ein hoher Wert in der Regel als bullish für den US-Dollar (USD) interpretiert, während ein niedriger Wert als bärisch gilt.
Mehr lesenNächste Veröffentlichung: Mi Aug. 05, 2026 12:15
Häufigkeit: Monatlich
Prognose: 70Tsd
Vorher: 98Tsd
Quelle: ADP Research Institute
Händler betrachten die von der ADP, Amerikas größtem Anbieter von Gehaltsabrechnungen, gemeldeten Beschäftigungszahlen oft als Vorboten der Veröffentlichung des Bureau of Labor Statistics zu den Nonfarm Payrolls (die normalerweise zwei Tage später veröffentlicht werden), da eine Korrelation zwischen beiden besteht. Die Überlagerung beider Datenreihen ist recht hoch, aber bei einzelnen Monaten kann die Diskrepanz erheblich sein. Ein weiterer Grund, warum Devisenhändler diesen Bericht verfolgen, ist derselbe wie beim NFP - ein anhaltend kräftiges Wachstum der Beschäftigungszahlen erhöht den Inflationsdruck und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed die Zinsen anheben wird. Sollten die tatsächlichen Ergebnisse den Konsens übertreffen, sind sie tendenziell USD-positiv.