„Big Short“ Burry erhöht Nvidia- und Micron-Shorts in fortgesetzter Wette gegen KI-Blase

Quelle Tradingkey

TradingKey - Michael Burry, der durch seine erfolgreiche Vorhersage der US-Subprime-Hypothekenkrise im Jahr 2008 als "The Big Short" bekannt wurde, hat seine Wetten auf eine Korrektur im KI- und Halbleitersektor erneut erhöht.

Am vergangenen Freitag legte Burry seine jüngsten Portfolioänderungen auf Substack offen und weitete seine Short-Positionen auf Micron Technology ( MU ), Nvidia ( NVDA ) und den iShares Semiconductor ETF (SOXX) weiter aus, während er eine neue Short-Position auf Caterpillar ( CAT) eröffnete und weiterhin bärische Positionen auf Tesla ( TSLA ), Palantir ( PLTR ) und den Nasdaq 100 Index ETF (QQQ) hält.

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Quelle: Substack

Den jüngsten Schritten nach zu urteilen, hat Burry seine vorsichtige Haltung gegenüber Tech-Aktien nicht nur beibehalten, sondern seine bärische Positionierung in Bezug auf die KI-Lieferkette weiter verstärkt.

Konkret gab er an, seine Micron-Short-Position bei 933,86 US-Dollar weiter aufgestockt, seine Nvidia-Short-Position bei 210,28 US-Dollar erhöht und seine Short-Position auf den SOXX bei 535,83 US-Dollar weiter ausgebaut zu haben.

Zudem gab er bekannt, dass er nach wie vor eine beträchtliche Position in Nvidia-Put-Optionen halte und dass die kombinierten, auf den SOXX bezogenen Short- und Optionspositionen zu einer der größeren Positionen in seinem Portfolio geworden seien.

Noch mehr als auf seine Portfolioänderungen achtet der Markt jedoch auf Burrys Ausblick für die KI-Branche. Er ist der Ansicht, dass ein erheblicher Teil der aktuellen und künftigen Nachfrage von Nvidia gar nicht von Endkunden stammt, sondern durch ein hohes Maß an außerbilanziellen Finanzierungsvereinbarungen gestützt wird, wobei auch künftige Umsätze weitgehend auf einem zirkulären Finanzierungsmodell basieren.

Zur Untermauerung dieser Ansicht zitierte er den Jahresbericht 2026 der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) und argumentierte, dass Investitionen in die KI-Infrastruktur eine hohe finanzielle Hebelwirkung und erhebliche Finanzierungsrisiken bergen.

Unterdessen sprach auch der internationale Rating-Riese Moody's in seinem jüngsten Bericht eine Warnung aus und wies darauf hin, dass der Wettlauf um die KI-Infrastruktur, der jährlich fast 1 Billion US-Dollar kostet, den freien Cashflow von Hyperscale-Cloud-Anbietern aufzehrt.

Moody's geht davon aus, dass der KI-Investitionsboom ursprünglich finanzstarke Unternehmen wie Google und Microsoft dazu zwingt, sich bei der Unterstützung ihrer Expansionspläne stark auf Fremdkapital, Eigenkapital und außerbilanzielle Finanzierungen zu verlassen. Dieser Übergang von einem anlagenleichten zu einem anlagenintensiven Modell hat zu einem beispiellosen Investitionsvolumen und Finanzierungsbedarf geführt, was die Bilanzrisiken erhöht.

Daten zeigen, dass die direkten Schulden der sechs großen Hyperscale-Cloud-Anbieter inzwischen rund 460 Milliarden US-Dollar erreicht haben.

Tatsächlich ist dies nicht das erste Mal, dass Burry öffentlich eine bärische Meinung zum KI-Chipsektor äußert. Bereits Anfang Juli legte er erstmals eine Short-Position in Micron Technology offen und erklärte, dass die Speicherchipbranche in einen historisch überbewerteten Bereich eingetreten sei und der Aktienkurs von Micron unabhängig von Bewertungsniveaus, technischen Trends oder Branchenzyklen vor einem hohen Korrekturrisiko stehe.

In der Folge legte er in einem weiteren, Ende Juni veröffentlichten Substack-Beitrag Short-Positionen in Nvidia, Applied Materials ( AMAT ) und SOXX offen und prognostizierte für KI-bezogene Chipaktien insgesamt eine Korrektur von rund 30 %.

Aus Burrys Sicht ist die größte Sorge für die aktuelle KI-Lieferkette nicht die Technologie selbst, sondern dass das Investitionstempo das reale Nachfragewachstum deutlich überholt hat. Er ist der Ansicht, dass der großflächige Aufbau der KI-Infrastruktur eher auf kontinuierliche Kapitalspritzen angewiesen ist, während die Kommerzialisierungsnachfrage der Endnutzer noch nicht vollständig realisiert wurde. Sollte sich das Finanzierungsumfeld in Zukunft ändern, könnte die Bewertung der gesamten Lieferkette vor einer Neubewertung stehen.

Bemerkenswert ist, dass die entsprechenden Sektoren seit Burrys erstem öffentlichen Leerverkauf im Halbleiterbereich eine deutliche Korrektur erfahren haben.

Im bisherigen Monatsverlauf hat der Aktienkurs von Micron Technology kumuliert um rund 20 % nachgegeben, während der SOXX im gleichen Zeitraum um fast 18 % fiel und auch der Philadelphia Semiconductor Index jüngst einen beträchtlichen Rücksetzer verzeichnete. Gemessen an der Ganzjahresperformance liegt der Aktienkurs von Micron jedoch immer noch fast doppelt so hoch wie zu Jahresbeginn, und auch Nvidia verzeichnet für das laufende Jahr weiterhin ein Plus. Dies zeigt, dass das KI-Thema zwar eine Korrektur erfahren hat, die Gesamtgewinne jedoch beträchtlich bleiben.

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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