TradingKey – Im frühen asiatischen Handel am 27. Juli versuchten die japanischen und südkoreanischen Aktienmärkte eine Erholung, nachdem sie in der vorangegangenen Handelssitzung eine kräftige Korrektur erfahren hatten.
Der südkoreanische Leitindex KOSPI (South Korea Composite Stock Price Index) eröffnete 1,7 % höher und erreichte ein Hoch von 6.806,27 Punkten, bevor er einen Teil seiner Gewinne wieder abgab und bei Redaktionsschluss mit einem Plus von 1,28 % bei 6.776,47 Punkten notierte.

Quelle: TradingView
Auch japanische Aktien schwankten nach einem höheren Auftakt, wobei der Nikkei 225 Index mit einem Plus von 0,86 % eröffnete und bei Redaktionsschluss mit einem leichten Zuwachs von 0,06 % vorübergehend bei 64.651,98 Punkten stand.
Der südkoreanische Halbleitersektor führte die Erholung an: SK Hynix stieg um 31.000 Won auf 1.875.000 Won (ca. 1.350 US-Dollar), während Samsung Electronics um 2,61 % auf 256.000 Won (ca. 185 US-Dollar) zulegte.
Bei den japanischen Tech-Aktien zeigte sich ein uneinheitliches Bild: Die SoftBank Group notierte unverändert bei 5.474 Yen (ca. 33,5 US-Dollar), während Kioxia weiterhin unter Druck stand, um 4,71 % auf 53.370 Yen (ca. 327 US-Dollar) fiel und damit ihre jüngste Schwächephase verlängerte.
Der Hauptauslöser für die Erholung der südkoreanischen Chip-Aktien war eine Reihe von Ankündigungen zu Partnerschaften in der KI-Branche. Der südkoreanische Präsidialberater Kim Yong-bum gab am vergangenen Wochenende bekannt, dass Samsung Electronics und SK Hynix langfristige Lieferverträge für Speicherchips mit mehreren US-Tech-Giganten, darunter Nvidia, im Gesamtwert von bis zu 950 Milliarden US-Dollar unterzeichnen werden.
Davon plant SK Hynix die Lieferung von langfristigen Speicherchips im Wert von 750 Milliarden US-Dollar, während Samsung Electronics Chipprodukte im Wert von 200 Milliarden US-Dollar an Broadcom liefern wird.
Unterdessen kündigte die SK Group eine langfristige strategische Partnerschaft mit Nvidia im Gesamtwert von über 500 Milliarden US-Dollar an, die KI-Fabriken, KI-Cloud-Infrastruktur und HBM-Speicherchips der nächsten Generation umfasst. Zudem ist der Bau eines KI-Rechenzentrums mit einer Gesamtkapazität von 2 GW in Südkorea geplant, wobei die erste KI-Fabrik voraussichtlich im Jahr 2027 den Betrieb aufnehmen soll.
Der KI-Investitionsboom erfasste auch südkoreanische Internetunternehmen: Naver gab bekannt, dass Nvidia neu ausgegebene Aktien des Unternehmens im Wert von 1 Milliarde US-Dollar zeichnen wird und beide Parteien eine Kapitalpartnerschaft anstreben, die sich auf den Bau von Rechenzentren der nächsten Generation konzentriert. Beflügelt von den positiven Nachrichten schoss der Aktienkurs von Naver um 7,71 % nach oben und gehörte damit zu den stärksten Standardwerten am südkoreanischen Markt.
Allerdings hat sich der allgemeine Risikoappetit des Marktes noch nicht vollständig erholt. In der vorangegangenen Handelssitzung zeigten sich die US-Aktienmärkte uneinheitlich: Der Dow Jones Industrial Average stieg um 0,46 %, der S&P 500 Index legte um leichte 0,05 % zu, während der Nasdaq Composite Index um 0,64 % nachgab und der Philadelphia Semiconductor Index um 4,25 % einbrach, wobei die Sektoren Speicherchips und optische Kommunikation generell unter Druck standen.
An der geopolitischen Front hellte sich die Marktstimmung etwas auf. Reuters zitierte eine iranische Quelle mit den Worten, dass der Iran seine militärische Reaktion ebenfalls einstellen werde, solange die USA ihre Militäroperationen stoppen, wenngleich Teheran gegenüber der Haltung Washingtons weiterhin vorsichtig bleibe.
Unterdessen berichteten US-Medien, dass US-Präsident Trump die Aussetzung einer geplanten neuen Runde von Militäroperationen gegen den Iran angeordnet habe, was eine Deeskalation der sich jüngst verschärfenden Spannungen im Nahen Osten signalisiert und den Druck auf sichere Häfen an den globalen Märkten ein Stück weit dämpft.