Kospi-Index bricht um 30 % ein: Durchbricht technische Marke von 7.000 Punkten, ist der südkoreanische Aktienmarkt offiziell in einen Bärenmarkt eingetreten?

Quelle Tradingkey

KOSPI-Index stürzt um 30 % ab

TradingKey – Am 19. Juni 2026 erreichte der südkoreanische Leitindex KOSPI im Tagesverlauf 9.385,59 Punkte und markierte damit ein weiteres Allzeithoch. Der KOSPI-Index konnte seine Gewinne jedoch nicht behaupten, gab noch am selben Tag nach und schlug in der Folge einen Abwärtstrend ein.

kospi-3f204bc879bb4f58b7f599a8f17e88e6KOSPI-Index-Chart, Quelle: TradingView

Am 23. Juni erlebte der KOSPI-Index mit einem „Schwarzen Dienstag“ den brutalsten Ausverkauf des Jahres, bei dem er an einem einzigen Tag um fast 850 Punkte einbrach – ein Minus von fast 10 %. Die Korea Exchange (KRX) löste marktweit Notfall-Handelsunterbrechungen (Circuit Breaker) aus und setzte den gesamten Handel für 20 Minuten aus. Da der programmgesteuerte Verkaufsdruck außer Kontrolle geriet, wurden an diesem Tag auch vorübergehende Mechanismen zur Beschränkung von Einschusszahlungen (Margin) und Leerverkäufen zur Begrenzung von programmgesteuerten Verkaufsaufträgen mehrmals ausgelöst.

Am 13. Juli erlitt der KOSPI-Index einen weiteren historischen, epischen Absturz an einem „Schwarzen Montag“, bei dem er bis zum Handelsschluss um fast % einbrach und zweimal Mechanismen zur Handelsbeschränkung auslöste. Dies war nicht nur der schlimmste Tagesverlust seit Monaten, sondern er durchbrach auch die wichtige psychologische Marke von 7.000 Punkten, die eine wichtige, Anfang Mai dieses Jahres gebildete technische Verteidigungslinie darstellte. Bis zum Redaktionsschluss fiel der KOSPI-Index unter 6.600 Punkte, was einem kumulierten Rückgang von fast 30 % gegenüber seinem Höchststand entspricht.

Warum der südkoreanische KOSPI-Index fällt?

Der südkoreanische KOSPI-Index ist von seinem Rekordhoch von Ende Juni massiv eingebrochen und durchläuft derzeit eine beispiellose und scharfe Korrektur. Dieser plötzliche Absturz wurde jedoch nicht durch einen einzelnen Faktor verursacht, sondern war vielmehr das kombinierte Ergebnis einer Neubewertung des KI-Sektors und geopolitischer Schwarzer Schwäne.

Vor Kurzem begann die Wall Street mit einer nüchternen Neubewertung und stellte sogar infrage, ob Microsoft ( MSFT ), Meta ( META) und die exzessiven KI-Kapitalausgaben anderer Tech-Riesen keine entsprechenden Erträge abwerfen werden. Dies löste eine wahllose Kapitalflucht aus dem Halbleitersektor aus, der sich auch Samsung Electronics und SK Hynix ( SKHY) kaum entziehen konnten. Zudem meldete Samsung Anfang Juli hervorragende vorläufige Gewinne, und SK Hynix feierte eine historische und erfolgreiche ADR-Notierung an der US-amerikanischen Nasdaq. Dies löste jedoch stattdessen ausgeprägte Gewinnmitnahmen nach dem Motto „Sell on the News“ unter institutionellen Anlegern aus, was den KOSPI-Index weiter nach unten zog.

Zuletzt eskalierte die geopolitische Krise im Nahen Osten, die sich gerade erst entspannt hatte, erneut drastisch, als der Iran ankündigte, die strategisch wichtige Straße von Hormus zu blockieren, was die USA veranlasste, eine maritime Gegenblockade anzukündigen. Da der Straße von Hormus – dem Transportweg für ein Fünftel des weltweiten Öls – eine potenzielle Schließung droht, schnellten die internationalen Ölpreise augenblicklich auf über 80 US-Dollar pro Barrel hoch. Dies löste weltweit extreme Ängste vor einem Wiederaufflammen der Inflation aus, was ausländisches Kapital zur Flucht aus den Schwellenländern in sichere Häfen zwang, und auch südkoreanische Aktien wurden von wahllosen Ausverkäufen getroffen.

Südkoreanische Aktien vor Bärenmarkt?

Nach einer Phase extremer Euphorie durchläuft der südkoreanische Aktienmarkt derzeit eine extreme Bewertungs- und Liquiditätskorrektur. Der KOSPI-Index hat die technische Unterstützung bei 7.000 Punkten bereits nach unten durchbrochen, was bedeutet, dass der südkoreanische Aktienmarkt in einen technischen Bärenmarkt eintritt. Die nächste wichtige Unterstützung liegt bei 5.000 Punkten, was ein weiteres Abwärtspotenzial von rund 24 % gegenüber dem aktuellen Niveau bedeutet.

Sollte der KOSPI-Index in dieser Woche jedoch die Marke von 7.000 Punkten zurückerobern können, wäre eine Umkehr dieses Trends möglich, wenngleich eine solche Trendwende weiterhin unwahrscheinlich erscheint. Derzeit hofft der Markt, dass die US-Verbraucherpreisdaten (CPI) und das Debüt des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh vor dem US-Kongress taubenhafte Signale liefern werden, doch die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten zeigen keine Anzeichen einer Entspannung, was die Liquidität weiterhin belastet.

kospi-888cd9038a8147909775a573803f1badKOSPI-Index-Chart, Quelle: TradingView

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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