China steckt in der Immobilienkrise fest – Commerzbank sieht jahrelange Flaute

Quelle Fxstreet

Laut einer Analyse von Commerzbank-Volkswirt Dr. Henry Hao geht der Abschwung am chinesischen Immobilienmarkt, der inzwischen ins fünfte Jahr geht, in eine L-förmige Stagnation mit einer ausgeprägten K-förmigen regionalen Spaltung über. Trotz einer lokalen Stabilisierung in den Metropolen der ersten Kategorie bleiben die Finanzierung der Projektentwickler, die Zahl der Baubeginne und die Nachfrage schwach. Strukturelle Belastungen durch den demografischen Wandel und politische Rahmenbedingungen dürften den Immobiliensektor noch über Jahre zu einem Bremsklotz für das Wirtschaftswachstum machen.

L-förmige Stagnation mit K-förmiger Spaltung

„Die Frage, die wir in dieser Analyse beantworten wollen, lautet, ob sich der Abschwung nun endlich einem Wendepunkt nähert. Die jüngsten Daten aus dem ersten Halbjahr deuten auf eine lokale Stabilisierung in den Städten der ersten Kategorie hin. Einige Analysten sehen darin ein Signal für eine Erholung des Immobilienmarktes. Wir kommen jedoch zu einer anderen Einschätzung und gehen davon aus, dass Chinas Immobiliensektor in einer lang anhaltenden Phase der Stagnation gefangen bleibt.“

„Der Lagerüberhang ist das deutlichste Zeichen der regionalen Spaltung. In den Städten der ersten Kategorie wird das Überangebot allmählich abgebaut. Die durchschnittliche Vermarktungsdauer lag dort im Mai 2026 bei 21 Monaten, in den Städten der zweiten Kategorie bei 27 Monaten. Dagegen kämpfen Städte niedrigerer Kategorien weiterhin mit einem Bestand von mehreren zehn Millionen unverkauften Wohnungen. Dort beträgt die durchschnittliche Vermarktungsdauer rund 84 Monate beziehungsweise etwa sieben Jahre.“

„Im ersten Halbjahr 2026 gingen die den Immobilienentwicklern zur Verfügung stehenden Finanzmittel im Jahresvergleich um 18 Prozent zurück (Grafik 5). Die wichtigste Finanzierungsquelle der Projektentwickler waren traditionell Anzahlungen aus Vorverkäufen und Hypothekendarlehen. Da sich die Käufer zurückziehen, ist diese Einnahmequelle weitgehend versiegt.“

„Damit kommen wir zu den Baubeginnen. Die Zahl der neu gestarteten Bauprojekte ist auf lediglich 24 Prozent des Niveaus vom Juli 2021 gefallen. Dies ist der wichtigste Frühindikator für die Stimmung unter den Projektentwicklern.“

„Zusammenfassend halten wir an unserer Einschätzung fest, dass Chinas Immobiliensektor in einer L-förmigen Entwicklung gefangen bleibt. Der Markt pendelt sich dauerhaft auf einem deutlich niedrigeren Niveau ein. Diese L-förmige Entwicklung wird von einer ausgeprägten K-förmigen Spaltung begleitet.“

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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