Die Analysten Michael Haigh und Jeremy Sellem von der Société Générale sehen den Rohstoffsektor trotz der Spannungen im Nahen Osten als bemerkenswert widerstandsfähig an. Die Gewinne am Ölmarkt seien begrenzt geblieben, an ihrer Prognose eines Ölpreises von 70 US-Dollar zum Jahresende halten sie fest. Zudem stellen sie ein rohstoffübergreifendes Modell zur Analyse der Terminstruktur vor. Dieses erstellt durchgängige Terminpreiskurven, schließt Lücken zwischen Kontrakten und soll die Preisbildung, Absicherung, Konstruktion von Rohstoffkörben sowie saisonbereinigte Carry-Signale in den BCOM- und GSCI-Märkten unterstützen.
„Trotz der bedeutenden Schlagzeilen aus dem Nahen Osten hat sich der Rohstoffkomplex kaum bewegt. Der BCOM legte auf Wochensicht um 2 Prozent zu und damit weniger als in einer durchschnittlichen Handelswoche in diesem Jahr. Zur Wochenmitte zogen die Preise nach dem Ende der Waffenruhe und der Wiederaufnahme gegenseitiger Angriffe zwar kurzzeitig an.“
„Öl war der wichtigste Kurstreiber und verteuerte sich innerhalb von drei Tagen um rund 10 Prozent von 72 auf 78 US-Dollar je Barrel, bevor die Preise im weiteren Wochenverlauf wieder nachgaben. Die Aufwärtsbewegung scheint vorerst begrenzt zu sein. Unsere in der vergangenen Woche veröffentlichten Prognosen bleiben daher unverändert und sehen einen Ölpreis von 70 US-Dollar zum Jahresende vor.“
„Die Aufmerksamkeit verlagert sich zunehmend auf die Agrarmärkte und die weithin erwartete Rückkehr des Wetterphänomens El Niño im weiteren Jahresverlauf. Agrarrohstoffe haben in diesem Monat um 7 Prozent zugelegt, wobei die sogenannten Soft Commodities allein in dieser Woche um 8 Prozent gestiegen sind.“
„Wir stellen ein Modell zur Analyse der Terminstruktur auf Ebene von Rohstoffkörben vor, das den relativen Value-Carry-Handel künftig leichter nachvollziehbar machen soll. Unser Ansatz verbindet die ökonomischen Grundlagen der Terminstrukturtheorie für Rohstoffe mit einem praxisnahen Interpolationsverfahren.“
„Dieses Modell liefert konsistente monatliche Terminpreise mit Laufzeiten von bis zu zwei Jahren für 27 Rohstoffmärkte. Es schließt Lücken in Märkten, in denen Kontrakte nur vierteljährlich oder saisonal gehandelt werden, und erweitert die Laufzeiten bei Bedarf über den zuletzt verfügbaren Kontrakt hinaus.“