ING-Ökonom Peter Virovacz erwartet für Juli eine Erholung der ungarischen Industrieproduktion. Dies dürfte trotz der Belastungen im August durch hitzebedingte Energieprobleme dazu beitragen, einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im dritten Quartal zu verhindern. Wegen höherer Kraftstoffpreise und eines schwächeren Forint dürfte die Inflation im August anziehen. Ein monatlicher Preisanstieg von 0,2 Prozent sollte die Gesamtinflation erhöhen. ING rechnet dennoch mit weiteren Zinssenkungen, auch wenn das Umfeld schwieriger wird.
„Nach der enttäuschenden Entwicklung im Juni rechnen wir bei den am Montag anstehenden Daten mit einer Erholung der Industrieproduktion. Dies entspricht dem zuletzt beobachteten Zickzackkurs der monatlichen Entwicklung.“
„Ein guter Start in das dritte Quartal wird entscheidend sein, um einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts gegenüber dem Vorquartal zu verhindern. Die Hitzewelle und die damit verbundene Energiekrise werden im August wegen freiwilliger Produktionskürzungen zweifellos zu einem deutlichen Rückgang der Industrieproduktion führen.“
„Am Dienstag werden die Inflationsdaten für August veröffentlicht.“
„Wir schätzen, dass die Kraftstoffpreise die monatliche Inflationsrate im August um rund 0,10 bis 0,15 Prozentpunkte erhöhen werden.“
„Einige saisonale Faktoren dürften dies jedoch ausgleichen. Nach mehreren Monaten sinkender Inflationsraten dürfte ein monatlicher Preisanstieg von 0,2 Prozent die Gesamtinflation wieder erhöhen.“
„Unserer Einschätzung nach wird ein Wert von 1,4 Prozent den Währungsrat nicht dazu bewegen, die Senkung der Zinsen auszusetzen.“
„Steigende Renditen, höhere Energiepreise und ein schwächerer Forint machen die Lage dennoch komplizierter.“