TradingKey – Micron-Aktie steigt an einem einzigen Tag um über 6 % und überspringt 1.000 US-Dollar; kann sie im September neue Allzeithochs erreichen?
Am vergangenen Freitag (4. September) stieg die Aktie von Micron Technology (MU) entgegen dem Trend um über 6 % und durchbrach dynamisch die Marke von 1.000 US-Dollar, um bei 1.016,59 US-Dollar zu schließen. Bemerkenswert ist, dass im selben Zeitraum alle drei großen US-Aktienindizes geschlossen nachgaben, während Speicheraktien wie Micron, SK Hynix (SKHY), SanDisk (SNDK) und andere eine gemeinsame Rally hinlegten.
Micron-Aktienkurschart, Quelle: TradingView
Am vergangenen Freitag veröffentlichten die USA einen starken Arbeitsmarktbericht (Non-Farm Payrolls). Dies löste am Markt Sorgen vor einer Dämpfung der Zinssenkungserwartungen der US-Notenbank Fed sowie steigenden US-Anleiherenditen aus, was die drei großen US-Aktienindizes unter Druck setzte. Der Hauptgrund dafür, dass sich Micron Technology und Speicheraktien vom Druck des Gesamtmarktes abkoppeln konnten, liegt jedoch weiterhin in den Fundamentaldaten und branchenspezifischen Katalysatoren begründet.
Analysehäuser wie Susquehanna und TechInsights veröffentlichten ihre neuesten Berichte. Darin weisen sie darauf hin, dass die DRAM-Vertragspreise in diesem Quartal, stark angetrieben durch den Ausbau von KI-Servern, voraussichtlich um mehr als 50 % bis 200 % steigen werden, während auch NAND-Flash ein Plus von 60 % verzeichnet. Auf DRAM entfallen fast 70 % des Umsatzes von Micron, und die stark steigenden Preise spiegeln sich direkt in einer Verbesserung der Gewinnspannen des Unternehmens wider. Dies veranlasst das Kapital am Markt dazu, kurzfristige makroökonomische Zinsschwankungen zu ignorieren und sich aktiv für den Speicher-Superzyklus zu positionieren.
Darüber hinaus haben sich die Sorgen über einen Streik bei Micron verringert, was die Risiken für die Lieferkette reduziert. Zuvor befürchtete der Markt, dass an den Taiwan-Standorten von Micron – auf die der Großteil der DRAM-Kapazitäten von Micron entfällt – aufgrund von Gewerkschaftsforderungen nach Leistungsboni ein Streik drohte. In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass das Management Rekordboni zahlen und sich auf eine Schlichtung einlassen werde, was die Abwärtsrisiken für zentrale Abläufe in der Lieferkette deutlich verringerte.
Micron wird Ende September voraussichtlich seine neuesten Quartalsergebnisse vorlegen. Der Markt prognostiziert, dass der Quartalsumsatz 50 Milliarden US-Dollar übersteigen wird, wobei die Non-GAAP-Bruttomarge auf einem extrem hohen Niveau von 85 %–86 % verharren dürfte. Anleger haben sich im Vorfeld der Zahlenveröffentlichung aktiv positioniert und den Aktienkurs auf einen Schlag über die Marke von 1.000 US-Dollar getrieben. Ob der Aktienkurs von Micron jedoch weiter steigen und sein Allzeithoch herausfordern kann, hängt weiterhin von der Finanzentwicklung und der breiteren Makroökonomie ab – wobei der Schlüssel darin liegt, ob die US-Notenbank die Zinsen senkt.
An diesem Freitag (11. September) werden die USA die VPI-Daten für August veröffentlichen, gefolgt von der Zinsentscheidung der US-Notenbank vom 15. bis 16. September. Werden Zinssenkungen eingeleitet, wird Micron als Technologieaktie davon profitieren und dürfte sein Allzeithoch durchbrechen. Bleiben die Zinsen unverändert oder werden sie sogar angehoben, wird der Aktienkurs von Micron belastet werden und fallen; selbst hervorragende, im Anschluss vorgelegte Finanzergebnisse dürften den Kurs dann kaum auf neue Höchststände treiben.