Das Rohstoffteam der Commerzbank um Barbara Lambrecht verweist auf die Unsicherheit über die Rohöltransporte durch die Straße von Hormus. Widersprüchliche Angaben zum Schiffsverkehr erschweren derzeit den Ausblick für Brent. Die bevorstehenden Berichte von EIA, IEA und OPEC sowie Chinas Handelsdaten dürften mehr Klarheit über Angebot und Nachfrage schaffen. Eine anhaltende Erholung der chinesischen Rohölimporte würde höhere Transportmengen stützen und den Brent-Preis voraussichtlich begrenzen.
„Die Lage in der Straße von Hormus bleibt in vielerlei Hinsicht unklar. Unter anderem gibt es widersprüchliche Angaben darüber, wie viel Öl derzeit täglich durch die Meerenge transportiert wird. Die Marktberichte der Energieagenturen und Chinas Handelsbilanzdaten in der kommenden Woche dürften für mehr Klarheit sorgen.“
„Vor einem Monat senkte die US-Energiebehörde EIA, die am Mittwoch den Auftakt macht, ihre Erwartungen für die Transporte durch die Straße von Hormus. Für das gesamte dritte Quartal prognostizierte sie sogar höhere Produktionsausfälle in der Golfregion als im Juli.“
„Angesichts der zunehmenden Berichte über Ausweichlösungen wie Umladungen von Schiff zu Schiff könnte die EIA die Lage nun optimistischer beurteilen. Zugleich hatte sie ihre Prognose für die US-Ölproduktion im kommenden Jahr leicht angehoben, vor allem wegen höherer Ölpreisannahmen.“
„Sollte sich dieser Trend fortsetzen, würde dies zumindest bestätigen, dass die Straße von Hormus zunehmend wieder passierbar ist. Die Ölpreise dürften dann eher sinken.“
„Von besonderem Interesse werden die Entwicklung der Lagerbestände in den OECD-Ländern und der Ausblick für die weltweite Ölnachfrage sein. Vor allem in China hat die aktuelle Energiekrise den Umstieg auf Elektromobilität beschleunigt und dämpft zunehmend die chinesische Ölnachfrage.“