Das Paar NZD/USD hält sich während der asiatischen Handelsstunden am Montag nahe 0,5890 im positiven Bereich. Der neuseeländische Dollar (NZD) bleibt trotz der schwachen chinesischen Konjunkturdaten fest. Händler werden die Entwicklungen rund um die US-Iran-Friedensgespräche genau beobachten und die Veröffentlichung der US-ISM-EMI-Daten für das verarbeitende Gewerbe abwarten, die im Laufe des Montags anstehen.
Am Montag veröffentlichte Daten von RatingDog zeigten, dass Chinas RatingDog Einkaufsmanagerindex (EMI) für das verarbeitende Gewerbe im Juli auf 50,9 von 51,7 im Juni gesunken ist. Dieser Wert lag unter dem Marktkonsens von 51,5. Die schwächer als erwarteten EMI-Daten haben kaum bis gar keine Auswirkungen auf den China-Proxie Kiwi.
Bloomberg berichtete am Montag, dass US-Präsident Donald Trump gesagt habe, eine neue Runde der Iran-Gespräche werde am Montagnachmittag beginnen, nachdem er einen geplanten Angriff auf den Iran teilweise als Reaktion auf Bitten von US-Verbündeten im Nahen Osten, darunter Saudi-Arabien, abgesagt habe.
Dennoch erklärten iranische Beamte, Trumps Behauptung, Teheran habe um eine Pause gebeten, sei "nichts als eine neue Lüge" gewesen und die iranischen Streitkräfte seien "in höchster Alarmbereitschaft und bereit für jede Eventualität", so die iranische Nachrichtenagentur Mehr.
Jeder Fortschritt bei den US-Iran-Gesprächen könnte die Risikostimmung verbessern und den NZD gegenüber dem USD stützen. Andererseits könnten Anzeichen einer Eskalation der Spannungen im Nahen Osten eine sichere Währung wie den Greenback stärken und Gegenwind für das Paar erzeugen.
Elias Haddad von Brown Brothers Harriman hebt hervor, dass sich die Marktbepreisung deutlich hawkischer entwickelt hat, wobei die neuseeländische Swaps-Kurve nun "60 Bp Zinserhöhungen bis zum Jahresende und insgesamt 100 Bp Straffung in den nächsten zwölf Monaten auf 3,50% einpreist – nahe dem oberen Ende des von der RBNZ geschätzten neutralen Bereichs (2,20%-4,10%)." Dies untermauert die Ansicht, dass robustere heimische Daten und eine über dem Ziel liegende Inflation direkt die Erwartungen für einen aggressiveren geldpolitischen Kurs der RBNZ nähren.
Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.