Das Paar USD/CAD zieht während der frühen europäischen Handelsstunden am Donnerstag einige Verkäufer in die Nähe von 1,4060 an. Ein Anstieg der Rohölpreise bietet dem rohstoffgebundenen Kanadischen Dollar (CAD) gegenüber dem US Dollar (USD) etwas Unterstützung. Händler bereiten sich auf die kanadischen Einzelhandelsumsätze vor, die später am Donnerstag veröffentlicht werden.
Die Rohölpreise setzten ihren Anstieg angesichts der zunehmenden Spannungen im Nahen Osten fort. Vom Iran unterstützte Huthi-Milizen griffen zwei saudische Öltanker im Roten Meer an und schürten damit Sorgen über mögliche Versorgungsunterbrechungen.
Am Donnerstag warnte US-Präsident Donald Trump, die USA würden iranische Infrastruktur ins Visier nehmen, falls die Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus andauern sollten. Es ist erwähnenswert, dass Kanada ein bedeutendes ölexportierendes Land ist und hohe Rohölpreise in der Regel positive Auswirkungen auf den Loonie haben.
Händler schätzen weiterhin die Aussichten für weitere restriktive Maßnahmen der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ein. "Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Juli lag bis zum Handelsschluss am [Dienstag] wieder bei 26%, dem höchsten Stand seit der negativen Überraschung beim US-VPI-Datenpunkt in der vergangenen Woche," sagte Jim Reid von der Deutschen Bank. "Vor dem VPI lag sie bei 45% und am Tag danach bei nur 10%."
Die Marktteilnehmer werden den am Freitag anstehenden US S&P Global Flash Einkaufsmanager-Index (EMI)-Bericht im Auge behalten. Dieser Bericht könnte einige Hinweise auf die wirtschaftliche Gesundheit des amerikanischen verarbeitenden Gewerbes und des Dienstleistungssektors liefern. Sollten die Ergebnisse stärker als erwartet ausfallen, könnte dies den Greenback gegenüber dem CAD kurzfristig stützen.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.